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In Goch wurde die Waldjugend wiederbelebt

Natur-Erfahrung für den Nachwuchs : Waldjugend in Goch wiederbelebt

In Goch gibt es seit Anfang des Jahres wieder eine aktive Gruppe der Waldjugend NRW. Hauptziele sind das Kennenlernen der Natur und die Gemeinschaft.

An diesem Samstagmorgen ist ein kleines Stück Reichswald voller Leben und Geschäftigkeit. Feuer brennt in einer Schale, es riecht nach Rauch und Natur. Etwa zwölf Kinder im Alter von sechs bis fünfzehn Jahren haben sich eingefunden zum zweiten Treffen der wiederbelebten Waldjugend in Goch. „Es war einfach zu schade, die Gruppe nicht wieder aufleben zu lassen“, sagt Stefanie Hendricks. Bis 2013 war sie hier Gruppenleiterin, dann kamen Studium und Beruf dazwischen. Nun aber hat die 27-Jjährige zusammen mit vier weiteren Betreuern den Horst Goch – so nennt man die Ortsgruppen innerhalb der Waldjugend NRW - wieder aktiviert.

Das Interesse sei offenbar groß gewesen, berichtet sie, denn gleich nach dem Aufruf hätten sich viele gemeldet, die mitmachen wollten. Bei diesem zweiten Treffen gab es auch schon einen kleinen Forsteinsatz. Sturm „Sabine“ hatte einen Baum entwurzelt, der musste zerkleinert werden. Die erfahrenen Betreuer zeigten den Teilnehmern den Umgang mit Handsägen und Beilen. Die Kettensäge zum Zerkleinern des Stammes lag sicher in der Hand eines erfahrenen Erwachsenen. Kleine Helfer beluden eifrig Schubkarren, räumten Äste aus dem Weg, halfen sich gegenseitig.

Beim ersten Treffen nach der Pause konnten die kleinen Helfer direkt anpacken und Spuren von Sturm „Sabine“ beseitigen. Foto: Evers, Gottfried (eve)

„Ich bin einfach gerne draußen in der Natur“, sagt Leonard Kriege. Schon mit fünf Jahren kam er zur Waldjugend, nun ist er 17, hat einen Gruppenleiter-Lehrgang absolviert und zeigt nun den „Neuen“, wie man Holz hackt, was allen sichtlich viel Spaß macht. Auch Christian Vellemann kam schon als Kind zur Gruppe und übernimmt heute ein Betreuer-Amt. „Raus gehen in den Wald, Wandern, Abenteuer, Gemeinschaft – ich finde, das sollten Kinder erleben“, sagt er. „Bei uns steht die Gemeinschaft und das Musische im Vordergrund“, erklärt Hendricks. Das Wissen über Natur und Ökologie werde einfach vermittelt durch die Tätigkeiten im Wald. Es gibt Baumpflanzprojekte oder gemeinsame Müllsammelaktionen. Hinzu kommen Lager-Erlebnisse, mal in einer Hütte ein Wochenende gemeinsam verbringen, am Lagerfeuer zusammen singen, Nachtwanderungen oder das große NRW Zeltlager zu Pfingsten, unter allen Waldjugend-Teilnehmern sehr beliebt. Die Teilnahme an diesem Landeslager werde für die neue Gruppe aber erst im nächsten Jahr möglich sein, so Hendricks.

Zur Mittagszeit machen alle neuen Waldjugend-Teilnehmer eine gemeinsame Pause. Es gibt Currywurstsuppe und Nudeln. Betreuerin Britta Melcher hat sie am Vorabend gekocht. Gelegentlich werde aber auch vor Ort zusammen gekocht, wichtig sei einfach die Gemeinschaft dabei, erklärt Hendricks.

Das Gruppentreffen findet derzeit einmal im Monat statt. Aufgrund der Anzahl der Betreuer können nun auch zunächst keine weiteren Kinder mehr aufgenommen werden. „Wir freuen uns aber über Unterstützer, Sponsoren und weitere Betreuer“, sagt die Gruppenleiterin. Da der Jahresbeitrag in Höhe von 30 Euro nicht alle Kosten abdecke, lebe die Waldjugend hauptsächlich vom ehrenamtlichen Einsatz der Betreuer.