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Im Kalbecker Forst wurde kräftig abgeholzt

Kalbecker Forst : Wald von Kalbeck wird verjüngt

Am Gocher Berg fällt auf, dass die Vegetation dort ordentlich ausgedünnt wurde. Jedes Stück Wald wird alle fünf Jahre durchforstet, dazwischen ist Ruhe für Tiere und Pflanzen.

875 Hektar Wald in Nierswalde und auf der Grenze zwischen Goch und Weeze verwaltet der Forstbetrieb Kalbeck. Der private Wald ist Landschaftsschutzgebiet, wird aber natürlich bewirtschaftet, und zwar, wie Eigentümer Max von Elverfeldt betont, seit Jahrzehnten nachhaltig. Dazu gehört eben auch, dass regelmäßig Holz entnommen wird, damit neues nachwachsen kann. Gerade in jüngster Vergangenheit sind im Bereich des Wasserwerks am Gocher Berg ziemlich viele Bäume gefällt wurden. Die Stämme liegen in mächtigen Stapeln an den Wegen und fallen den Spaziergängern ins Auge.

Zur aktuellen Fällaktion erklärt Frank Koch, der Leiter des Forstbetriebs, dass in den vergangenen Monaten tatsächlich eine relativ große Fläche durchforstet worden sei. Durch die Entnahme hoher Bäume werde „Gedränge“ vermieden, ein Teil sei auch durch Borkenkäfer und Kupferstecher geschädigt. „Wir haben dort alle 30 Meter Rückegassen geschaffen mit der Zielsetzung, die alten Bestände zu verjüngen. Dazu müssen nicht nur große Bäume gefällt werden, zur ,Feinerschließung’ gehört auch, niedriges Gehölz und Gebüsch wegzunehmen.“ Wenn er auch von Rückegassen spricht, heißt das niiht etwa, das Rückepferde im Einsatz gewesen wären. „Die mächtien alten Bäume sind für Pferde zu schwer, da muss man schon mit Harvestern und anderem schweren Gerät ran. Um aber den Boden so wenig wie möglich zu stören, haben die Fahrzeuge Boogie-Achsen mit je vier pendelnd aufgehängten Rädern; so kommt wenig Gewicht auf den Untergrund“, erklärt Koch. Und wo der  Bodendruck im Rahmen bleibt, wächst es anschließend besser.

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Niederrheinisches Holz, das heute geerntet wird, zeigt häufig noch immer Spuren aus dem Krieg: Die Metallsplitter sorgen dafür, dass gerade Fichtenholz vorwiegend für die Industrie und für Fachwerk genutzt wird, kaum etwa für den Möbelbau. Nachgepflanzt werden neben Eichen und Buchen auch Esskastanien und Nadelholz. Rund ein Fünftel des Kalbecker Privatwaldes wird pro Jahr durchforstet, in den Jahren dazwischen haben Bäume und Tiere Ruhe.

(nik)