Rat Knickrehm im Zoff mit der SPD: „Das ist unerhört“

Goch · Wegen eines Antrags gab es im Gocher Rat Streit zwischen Bürgermeister und SPD:

 Bürgermeister Ulrich Knickrehm.

Bürgermeister Ulrich Knickrehm.

Foto: Evers, Gottfried (eve)

Die SPD-Fraktion beantragte im Rat, dass die Verwaltung sich mit der Kreis Klever Bauverwaltungs GmbH (KKB) in Verbindung setzen solle, um so preiswerten Wohnraum in Goch zu schaffen. Auf den ersten Blick ein harmloser Antrag. Bürgermeister Ulrich Knickrehm aber sah das völlig anders: „Ich bin entsetzt, dass sie in Ihrer Haushaltsrede und Ihrem Antrag so tun, als würden wir das Problem liegenlassen.“ Schließlich würden längst Gespräche mit der KKB stattfinden, das bisher einzige Projekt der erst im vergangenen Jahr gegründeten Wohnungsbaugesellschaft befinde sich ebenfalls auf Gocher Stadtgebiet. „Ich lasse mir das nicht gefallen, das ist unredlich, unerhört“, sagte Knickrehm weiter. SPD-Fraktionschef Klaus-Dieter Nikutowski entgegnete, dass er die Kritik für nicht sachgemäß halte, schließlich verdiene das Thema „Sozialer Wohnungsbau“ oberste Priorität. Er sinnierte gar, die Stadt könnte für KKB-Projekte Grundstücke verschenken oder in Erbpacht vergeben. Das von Knickrehm genannte Projekt sei eine private Baumaßnahme, keine städtische. Knickrehm aber ermahnte Nikutowski, er solle überlegen, was er sage. Immerhin plaudere er auch aus nicht-öffentlicher Sitzung. SPD-Ratsherr Gerd Engler bekräftigte für die Sozialdemokraten, dass es der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft bis dato noch nicht gelungen sei, in ausreichendem Maße öffentlich geförderte Wohnungen zu bauen. Daher sei eine engere Kooperation mit der Kreisgesellschaft sinnvoll. Udo Wennekers, Fraktionschef des Bürgerforums Goch sagte, dass er dem Antrag ursprünglich wohlgesonnen gegenüber gestanden habe. „Es kann nicht schaden, mit der KKB zu sprechen. Wenn ich aber nun vom Bürgermeister höre, dass bereits gesprochen worden ist, sehe ich den Wert des Antrags nicht“, sagte Fraktionschef Wennekers. Der Antrag wurde in den nicht-öffentlichen Teil der Sitzung verschoben, schließlich könne man dort, so Knickrehm, „Tacheles“ reden. Ein Entscheidung fiel auch dort nicht.

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