Goch: Hunderte Schüler beim Berufs-Forum

Goch : Hunderte Schüler beim Berufs-Forum

Sie war die erste Berufsorientierungsbörse im Kreis Kleve überhaupt - das Berufs-Forum-Goch, organisiert vom BürgerForum Goch (BFG) und der Sparkasse Goch-Kevelaer-Weeze. Am Donnerstag war es wieder so weit - und mehrere Hundert Schüler kamen ins Kastell.

"Für die Schüler besteht hier die Möglichkeit, sich authentisch zu informieren und Veränderungen in der Berufswelt wahrzunehmen. Es ist ein Baustein der Berufsvorbereitung, die sich in der Regel über mehrere Jahre hinwegzieht", sagt Dieter Kirchberg, seit 33 Jahren Deutschlehrer an der Gocher Gustav-Adolf-Schule (GAS). Gerade für die Hauptschüler hätten sich die Chancen verschlechtert. "Früher reichte für die Altenpflege der Hauptschulabschluss aus, heute wird dafür der Realschulabschluss verlangt. Auch das müssen die Schüler lernen", so Kirchberg, der das Berufs-Forum-Goch ins Leben gerufen hat.

Auch die Bundeswehr war beim Berufs-Forum-Goch dabei und informierte die Jugendlichen über die Chancen und Perspektiven. Foto: Gottfried Evers

Traumberuf

Frisörmeister Fred Quinkertz stellte neben verschiedenen Frisuren auch die Verdienstmöglichkeiten vor. Foto: Gottfried Evers

Das sehen Lisa Keysers (14), Pia Volkmann (14) und Silena Tomann (15) genauso. Die drei Realschülerinnen aus Goch sind zum ersten Mal beim Berufs-Forum-Goch. "Eine gute Gelegenheit einmal mit Leuten, die in den Berufen arbeiten, in Kontakt zu kommen", sagt Tomann, die gerne Deutsch- und Geschichtslehrerin werden möchte. Und weil sie für ihren Traumberuf studieren gehen muss, informierte sich sich beim Berufskolleg des Kreises Kleve über die weitere schulische Laufbahnmöglichkeiten.

Insgesamt informierten mehr als 40 Betriebe über ihre verschiedenen Ausbildungsangebote - vom Anlagenmechaniker über den Frisör bis zur Steuerfachangestellte. Zudem stellten Institutionen wie die Arbeitsagentur, das Theodor-Brauer-Haus und die Karl-Kisters-Stiftung ihre Angebote vor.

  • Kreis Kleve : Zahnarztstuhl für das Berufskolleg Goch
  • Emmerich : Zahnarztstuhl für das Berufskolleg Goch
  • Geldern : Zahnarztstuhl für das Berufskolleg Goch

Projekt Euzubi

Eine ganz neue Möglichkeit - gerade für Schüler, die im deutschen Arbeitsmarkt nicht gut zurecht kommen - ist zum Beispiel das Euzubi-Projekt. "Ein Azubi ist in Deutschland ein Auszubildender. Ein Euzubi macht seine Berufs-Ausbildung im Nachbarland", sagt Jos Barends. Dabei können die Interessierten entscheiden, ob sie lieber eine duale (vier Tage Betrieb, ein Tag Schule) oder eine schulische (vier Tage Schule, ein Tag Betrieb) Ausbildung in den Niederlanden absolvieren möchten - die Stelle jedoch ist garantiert. Insgesamt werden mehr als 250 Ausbildungsberufe angeboten.

"Das Interesse ist groß, allein in Nimwegen haben wir mehr als 13000 Auszubildende", sagt Barends. Etwa 100 Anmeldungen davon sind Jugendliche aus dem Kreis Kleve - Tendenz steigend. Er betont jedoch, dass die Vorraussetzzungen andere sind. "In den Niederlanden muss man für eine Ausbildung bezahlen, dafür wird aber auch viel mehr in Technik und Innovation investiert. Zudem haben wir eine Kooperation mit dem Kreis Kleve geschlossen. Das heißt: Alle Abschlüsse, die in Nimwegen absolviert werden, werden hier anerkannt."

Mehr zum Berufs-Forum-Goch lesen Sie am Freitag in der Rheinischen Post!

(RP)
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