Hülm diskutiert über seine Zukunft

Vereinsleben : Ein Dorf diskutiert über seine Zukunft

Der Verein „Alte Schule Hülm“ stellte am Wochenende den Sachstand zum Dorfgemeinschaftshaus vor. Wichtig war zunächst, dass die Hülmer nichts zuzahlen müssen – und dass kein Kneipenbetrieb geplant ist.

„Dorfhaus Hoolmans“ steht in beleuchteten Lettern über der Eingangstür, durch die am Freitagabend viele Hülmer gingen, um an der letzten Sitzung teilzunehmen, die in diesem Gebäude stattfinden sollte. Es herrschte eine Stimmung zwischen „Was nun?“ und „Weiter geht’s!“.

Alle erhoffen sich Informationen, denn in der kleinen Gemeinde kommt es in diesen Tagen zu einem scharfen Schnitt: Nichts weniger als die Zukunft der Gemeinschaft wird sich ab dem 30. April rapide ändern. So oder so. Entweder kann das ehemalige Schulgebäude zum Zentrum Hülms werden – oder nicht. Es gibt (noch) keinen Plan B. Nur eines steht fest: Hülm benötigt Räumlichkeiten, um Versammlungen und Festivitäten innerorts unterzubringen. Um den augenblicklichen Stand der Dinge zu erläutern sowie Gerüchten und Halb-Informationen entgegenzuwirken, hatte der Verein „Alte Schule Hülm“ diesen Programmpunkt in die Jahreshauptversammlung eingebettet.

RP-FOTO: Julia Lörcks. Foto: Julia Lörcks

Als Erstes stellte Georg Bockhorn anhand von Skizzen die Pläne für die Nutzung des Schulgeländes vor: Eine Gebäude-Erweiterung würde ermöglichen, dass mehrere Räume gleichzeitig genutzt werden könnten (die Landjugend bekäme auf jeden Fall etwas Eigenes), die Kirmes könnte dort stattfinden und eventuell würden auf Teilen des Schulhofes Wohnhäuser errichtet. Bockhorn wies ausdrücklich darauf hin, dass es lediglich erste Pläne seien, die im Konkretisierungsfall mit Bürgerbeteiligung geändert werden könnten. Fest steht eigentlich nur: Auf dem Gelände der ehemaligen „Hülmer Schänke“ wird ein Feuerwehrgebäude entstehen.

Nach den Ausführungen kam von den Zuhörern umgehend die Frage: „Welche Kosten kommen auf die Hülmer zu?“ Georg Bockhorn: „Es ist nicht geplant, dass die Hülmer dazuzahlen müssen.“ Die von einem Architekten ermittelten Umbaukosten in Höhe von 969.000 Euro (zusätzlich zu den eigentlichen Baukosten kommen Modernisierung von Heizung, Elektro, Dämmung, Brandschutz und mehr) werden zur Stärkung der kleinen Ortsteile von der Stadt Goch übernommen – allerdings nur, wenn vom Heimat-Ministerium der bereits beantragte Zuschuss (Bescheid wird im Sommer erwartet) von 250.000 Euro fließt. Die laufenden Kosten für Heizung, Wasser, Strom würden sicherlich durch die erweiterten Nutzungsmöglichkeiten ansteigen; diese wären dann durch den Verein zu begleichen. Da bei Festlichkeiten auch Nutzungsentgelte erhoben würden, ständen diesen Ausgaben aber entsprechende Einnahmen gegenüber. Jedoch „genaue Kosten kann man jetzt noch nicht greifen“, gab der Vereinsvorsitzende Rudolf Verhaag zu. Er betonte aber auch: „Es wird kein Kneipenbetrieb – es soll ein Dorfhaus sein!“ Dieser Aspekt ist wichtig, da der Verein nicht nur gemeinnützig werden und auch bleiben will, sondern in erster Linie die Förderung des Dorflebens als Ziel markiert hat.

Nur – wie kann die Zeit zwischen der Schließung von Hoolmans und der Eröffnung im Schulgebäude überbrückt werden? Peter Lörks bot eine Lösung an: die Landjugend hätte sich bereit erklärt, als Übergang ihren Raum für Versammlungen zur Verfügung zu stellen. Zum Glück eine ortsnahe Lösung, da einige Zuhörer bereits vorgeschlagen hatten, doch das Dorfhaus in Hassum oder Lokalitäten in Weeze zu nutzen, was nach Ansicht von Rudolf Verhaag aber über kurz oder lang zum Zerreißen der Dorfgemeinschaft führen würde – und genau das soll ja durch die Bemühungen um das Schulgebäude verhindert werden.

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