1. NRW
  2. Städte
  3. Goch

Uedem: Heimatverein Uedem regt den Wiederaufbau der Stadtmauer an

Uedem : Heimatverein Uedem regt den Wiederaufbau der Stadtmauer an

Auf der gut besuchten Versammlung des Heimatvereins berichtete der Vorsitzende Eugen van Elten im Beisein des Bürgermeisters über die anstehenden Stadtjubiläen. Im übernächsten Jahr jährt sich die Ersterwähnung des Namens Uedem aus dem Jahr 866 zum 1150. Mal, im Jahr 2019 kann man in Uedem dann 700 Jahre Stadtrechte feiern.

Das hält der Heimatverein für einen guten Zeitpunkt, um den Antrag für einen teilweisen Wiederaufbau der Stadtmauer zu stellen. "Wir wollen damit darauf hinweisen, dass wir eine Stadt waren und den Charakter einer alten Stadt mit Geschichte verdeutlichen", sagte Michael Lehmann auf RP-Anfrage. Wie so ein Nachbau aussehen könne, zeige das Sonsbecker Beispiel. Finanzierung und Standort seien in so einem frühen Stadium der Planungen natürlich noch nicht bis ins Detail besprochen, lediglich der Wunsch sei eindeutig vorhanden. "Hier in Uedem steht ja auch kaum noch etwas von der Stadtmauer, bis auf das bisschen am Kindergarten", so Lehmann.

Daher könne sich der Heimatverein vorstellen, dass man entweder diesen "historischen Bestand aufwertet", oder zum Beispiel am Viehpark eine neue (alte) Stadtmauer errichtet. Doch da stehe man erst am Anfang der Gespräche, so Lehmann. Im weiteren Verlauf der Versammlung erwähnte Eugen van Elten viele Aktivitäten des Vereins insbesondere zur Kirmes und zum Osterfeuer. Willi Holland freute sich über die rund 1700 Wochenendgäste in der Hohen Mühle und die insgesamt 25 dort stattgefundenen Hochzeiten. Franz Bremers berichtete über die Aktivitäten der Mundartgruppe im letzten Jahr, bei der die "Plattproters" ein Märchen auf Uedemer Platt übersetzt haben.

Als nächste Dokumentation des Heimatvereins ist der Wandel in Gewerbe vorgesehen, wobei der Zeitraum von 1930 bis 2010 in zwanziger Jahresschritten gegenüber gestellt werden soll. Der Geschichtskreis wiederum arbeitet schwerpunktmäßig an dem Buch über die Uedemer Schuhindustrie. Im ersten Teil des Buches wird über die Entwicklung der Schuhindustrie im Allgemeinen gesprochen, während im zweiten Teil die Schuhmacher in Uedem aufgelistet werden. Erika Heinrich und Guido Cladder haben ihre Forschungen nunmehr zum größten Teil abgeschlossen. Jetzt werden Dokumente und Bilder der Schuhmacher gesucht.

Anschließend berichtete Kassierer Rüdiger Jansen von einer zufriedenen Kassenlage. Das große Projekt in diesem Jahr dürfte unter anderem der eigene Internetauftritt des Heimatvereins sein. Daran arbeite die Familie van de Loo aus Kirsel, so der Vorstand. Auf der Homepage sollen dann die Aktivitäten, die verschiedenen Gruppen, die Publikationen und mehr vorgestellt werden. Dort zu finden sein könnte dann also auch die Information über die fünf Sitzbänke, die der Heimatverein in diesem Jahr in Uedem aufstellen will.

Zum Abschluss gab es noch einen Aufruf, denn der Heimat- und Verkehrsverein sucht dringend Helfer für die Hohe Mühle in Uedem. Sie sollen einmal im Quartal am Wochenende drei Stunden in der Hohen Mühle Kaffee und kalte Getränke anbieten. Infos: Willi Holland, Tel.: 02825 6810.

(miba)