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Goch: Heimatverein "empört" über Koepp-Versetzung

Goch : Heimatverein "empört" über Koepp-Versetzung

Im Rahmen seiner Hauptversammlung hat der Heimatverein Goch unter Vorsitz von Alt-Bürgermeister Willi Vaegs noch einmal Stellung zur Versetzung des Stadtarchivars Hans-Joachim Koepp ins Standesamt bezogen. Die Mitglieder trafen sich am Donnerstagabend im Hotel Litjes und dort trug Vaegs vor, was in dem Schreiben, das der Vorstand des Heimatvereins in dieser Woche Bürgermeister Karl-Heinz Otto und sämtlichen im Rat vertretenen Fraktionen hatte zukommen lassen, zu lesen ist. Auch der Rheinischen Post liegt der Brief vor.

Darin sprechen die beiden Unterzeichner, Willi Vaegs und Geschäftsführer Günter van Cuick, davon, dass die Nachricht über die bevorstehende Versetzung Koepps den Heimatverein "schockiert und empört" habe. Vaegs und van Cuick äußern in dem Schreiben, dessen Eingang Stadtsprecher Torsten Matenaers am Freitagvormittag bestätigte, Zweifel an der Kosten-Argumentation der Stadt. "Wir haben den Eindruck, dass der Stadtarchivar (für manche ein unbequemer Querdenker) aus anderen Gründen sein Aufgabengebiet verliert."

Auch Museumsleiter Stephan Mann wird in dem Zusammenhang zitiert: "Am 8. April hat der Fachbereichsleiter Kultur und Bildung [Mann, Anm. d. Redaktion] unserem Geschäftsführer in einem Telefonat die Personalentscheidung wie folgt erklärt: ,Wir wollen einer jungen Kollegin, die sich verändern möchte, eine Chance geben, weil sie sonst abwandert'". Bekanntlich soll Judith Schouten (28), bisher Mitarbeiterin in der Stadtbücherei, ab dem 1. Mai die Nachfolge von Koepp im Stadtarchiv antreten.

Des Weiteren kritisieren die Unterzeichner, "dass mit der Versetzung die Lebensleistung des Stadtarchivars herabgewürdigt wird" und die Folgen für den Menschen Hans-Joachim Koepp "bei den Verantwortlichen auf kein großes Interesse stoßen."

"Da wir nicht davon ausgehen, dass die Entscheidung zurückgenommen wird, sollten Sie wenigstens die Meinung des Heimatvereins zu diesem unsäglichen Vorgang kennen", schließt der Brief an den Bürgermeister.

Hoffnung könnte nur noch ein unscheinbarer Satz in der Mitte des Textes machen. "Ein Beamter kann jederzeit versetzt werden", schreiben Vaegs und van Cuick da. Also auch wieder auf seinen alten Posten - und auch in Goch wird am 13. September gewählt.

(RP)