Uedem: Haushalt ausgeglichen – Radweg wird geprüft

Uedem: Haushalt ausgeglichen – Radweg wird geprüft

Beneidenswerte Situation in der Gemeinde Uedem: Dank Rekord-Einnahmen bei der Gewerbesteuer bereitet der Etat für 2013 keine Probleme. Auch der geplante Alleenradweg scheint auf gutem Weg.

So mancher Bürgermeister hätte wohl gerne getauscht. Denn das, was Rainer Weber für "sein" Uedem am Montagabend zu verkünden hatte, ist für andere Kommunen ein Traum: Der Haushalt 2013 ist ausgeglichen. "Die Gewerbesteuererträge steigen 2012 auf ein Rekordniveau von voraussichtlich knapp über 4,5 Millionen Euro an", verkündete er in seiner Ratsrede zur Einbringung des Haushaltsentwurfs für das kommende Jahr, "diese Steuerkraft sorgte in den letzten Jahren dafür, dass die Gemeinde Uedem ohne Probleme ihren Haushaltsausgleich schafft." Und das in Zeiten klammer Kassen und drohender Haushaltssicherung in etlichen Kommunen.

Doch: Auch in Uedem werden die Zeiten nicht so rosig bleiben. Die Liquidität wird sich 2013 um mehr als eine Million Euro verringern — und in den kommenden Jahren ein Minus gegen das Plus vor den Zahlen tauschen. Denn "eine Abschwächung der Konjunktur, gegebenenfalls sogar ein Konjunktureinbruch in bestimmten Branchen, kann aufgrund der immer noch schwelenden Eurokrise nicht ausgeschlossen werden", so Weber.

Deshalb mahnte er Rat und Verwaltung weiterhin sparsam mit den gemeindlichen Finanzen umzugehen. Schließlich hat die Gemeinde nach 23 Jahren erstmals wieder einen Kredit aufgenommen, unter anderem für energetische Sanierung.

Darüber hinaus verringern sich die Landeszuweisungen für Uedem um mehr als 27 Prozent, "wir gehören damit zu den am stärksten betroffenen Kommunen im Kreis Kleve", erläuterte Weber. Die Fraktionen starten daher sofort im kommenden Jahr mit den Haushaltsberatungen.

Ums Geld ging es auch beim Thema Sanierung des Straßenpflasters der Mühlenstraße und barrierefreier Umbau der Gehwegbereiche. Von der Augustinerstraße bis zur Volksbank sollen die Maßnahmen nun greifen und die mögliche Kostenminimierung geprüft werden.

Die Anlegung des Alleenradweges auf der stillgelegten Bahnstrecke der Boxteler Bahn zwischen Uedemerbruch und Xanten sowie die Alternativvorschläge aus der Bürgerversammlung (RP berichtete) standen ebenfalls auf der Tagesordnung des Rates.

So bekam der Entwurf für Teil I (von der Bergstraße bis Dorf/ Uedemerbruch) unumstritten die Zustimmung, Teil II, von Uedemerbruch bis zur Reichswaldstraße, traf mit Blick auf die alternativen Trassen (aus der Bürgerversammlung) auf wenig Gehör. Zwar stimmte der Rat der Prüfung dieser Alternativen grundsätzlich zu, dennoch klang einhellig die Meinung an, dass die von der Verwaltung vorgeschlagene Streckenführung am ehesten zusagt. Wegen der Nähe zur ehemaligen Bahnstrecke und des Verkehrs auf der K4 waren die Alternativen schlichtweg nicht vorhanden.

(kare)
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