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Goch: Hallenbad-Gebühr: Weezer zahlen mehr

Goch : Hallenbad-Gebühr: Weezer zahlen mehr

Im kommenden Jahr gilt eine neue Satzung für die Sportstätten und das Hallenbad. Heimische Vereine müssen künftig zahlen, Gruppen von auswärts entsprechend mehr. Das kritisiert die DLRG-Ortsgruppe aus der Nachbargemeinde.

Die Richtung ist klar: Ab dem 1. Januar werden Vereine Gebühren für Turnhallen, Sportplätze und Hallenbäder zahlen müssen. Auch wenn der Rat noch zustimmen muss, ist das noch nur Formsache. Denn die Politiker sind sich einig, auch Vereine an den Kosten zu beteiligen. Sozialdezernent Marc Buchholz erläuterte im Sportausschuss noch einmal, dass die Überlegungen gut eineinhalb Jahre alt seien. Ziel sei es, die Kosten auf die Nutzer zu verteilen, um das Defizit für Kevelaer zu senken. Grundsatz war von Anfang an auch, dass auswärtige Vereine mehr zahlen sollen. "Schließlich wird die Infrastruktur mit Mitteln aus dem Kevelaerer Haushalt finanziert", sagt Buchholz.

Eben diese zusätzliche Gebühr für auswärtige Vereine wird von der DLRG Weeze kritisiert. Die Gruppe trainiert regelmäßig im Hallenbad. Bislang zahlt sie dafür 15,40 Euro die Stunde, künftig sollen es 80 Euro sein. Das sei ein erheblicher Sprung, meint die DLRG, die daher einen Brief an Verwaltung und Politiker schrieb, um eine Ausnahme zu bitten.

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Die Weezer verweisen darauf, dass während ihrer Trainingsstunden schließlich kein zusätzliches Personal nötig sei, weil man die Aufsicht selbst übernehme. Zudem unterstützte die DLRG den Bäderverein beim Freibad. Auch das solle man berücksichtigen. Vorschlag der DLRG war daher, den Betrag auf 40 Prozent zu reduzieren. Das ist der Tarif, den "sonstige Vereine", Verbände und Sportgemeinschaften aus Kevelaer zahlen müssen.

Buchholz argumentiert, dass auswärtige Vereine schließlich davon profitieren, dass Kevelaer ein Hallenbad anbiete. "Die Gemeinde Weeze hat vor einigen Jahren ihr Bad geschlossen, jetzt nutzt die DLRG unsere Einrichtung. Da muss man auch Verständnis dafür haben, dass wir die Kosten umlegen", sagt er. Natürlich sei es richtig, dass die Weezer DLRG sich beim Freibad engagiere. "Aber dafür erhält sie ein entsprechendes Entgelt."

Bürgermeister Dominik Pichler wies darauf hin, dass der Sprung momentan so groß sei, weil Kevelaer zuvor sehr günstig gewesen sei. Das bestätigte Uwe Berns von der Verwaltung. Die Gebühren seien über mehrere Jahre nicht angepasst worden. Auch seien die Beträge in Kevelaer durchaus im üblichen Rahmen. Die Stadt Kevelaer müsse für eine Stunde 70 Euro reine Betriebskosten zahlen. "Und in dieser Summe sind Personalkosten und Instandhaltung noch nicht enthalten", ergänzt er. Da seien 80 Euro ein angemessener Preis, auch beim Blick auf die Kommunen in der Umgebung: In Straelen würden 100 Euro verlangt, in Bedburg-Hau 88 Euro. In Geldern werden wegen fehlender freier Kapazitäten gar keine Badzeiten an auswärtige Vereine abgegeben. In Weezes Nachbarstadt Goch kostet eine Hallenbadstunde 64 Euro, damit wäre es dort günstiger als in Kevelaer.

Das warf kurz die Frage auf, was denn passiere, wenn die DLRG jetzt nach Goch abwandere. Am Ende waren sich die Politiker im Sportausschuss aber einig, keine Ausnahme zu machen. Die DLRG Weeze wird also wohl im kommenden Jahr 80 Euro zahlen müssen.

(RP)