Goch: Gute Noten fürs Rathaus

Goch: Gute Noten fürs Rathaus

Drei Wochen lang hatten die Besucher des Gocher Bürgerservice die Möglichkeit, die Arbeit der Mitarbeiter und die Räumlichkeiten mit einem Fragebogen zu bewerten. Gestern stellte Bürgermeister Karl-Heinz Otto das Ergebnis vor.

Im 1976 erschienenen Zeichentrickfilm "Asterix erobert Rom" werden der kleine Gallier und sein korpulenter Freund aus dem Hinkelsteingewerbe damit beauftragt, den "Passierschein A 38" zu besorgen, um Julius Cäsar ihre Göttlichkeit zu beweisen. Eine besonders harte Prüfung, denn dieser Passierschein benötigt zuvor viele andere Formulare aus ebenso vielen anderen Abteilungen der Verwaltung, und so beginnt eine schier endlose Odyssee für die beiden Helden.

Fremdwort für Traditionalisten

Dass der Verwaltungsbereich einer Gemeinde inzwischen auch oder vor allem Aufgaben im Dienstleistungsbereich hat, "ist für kommunale Traditionalisten immer noch ein Fremdwort", weiß Gochs Bürgermeister Karl-Heinz Otto. Daher sind er und sein Team auch stolz auf das Ergebnis der jüngsten Bürgerbefragung.

Zu Beginn des Jahres wurden innerhalb von drei Wochen die Besucher des Bürgerservice mittels anonymer Fragebögen darum gebeten, die Arbeit der Mitarbeiter sowie ihren Eindruck der räumlichen Gesamtsituation in Form von Schulnoten zu bewerten. Anschließend wurden die Daten und Vorschläge von der Stadt ausgewertet und nun vorgestellt. Ergebnis: Die Durchschnittsnote beträgt 1,53. Die Versetzung ist also nicht annähernd gefährdet.

Grund, sich darauf auszuruhen, sieht die Verwaltungsspitze darin allerdings nicht, schließlich prägt der Eindruck, den die Bürger von ihrer Verwaltung haben das "Image einer Stadt wesentlich mit", so Otto. Vergleichbare Kommunen täten sich noch schwer damit, auf dem Dienstleistungssektor bei den "Kunden" zu punkten.

Im Schnitt jeder dritte (insgesamt 421), der zwischen dem 18. Januar und 6. Februar den Gocher Bürgerservice in Anspruch nahm, füllte den Fragebogen aus. Die beste Note bekam die Freundlichkeit der Mitarbeiter (1,18), auch deren Kompetenz und Engagement überzeugten nachhaltig. ,Lediglich' eine "Zwei plus" (1,95) brachte die Bewertung der Wartezone ein, berichtete Uwe Dierkes, Leiter des neunköpfigen Bürgerservice-Teams. Hermann-Josef Kleinen, Leiter der Verwaltungssteuerung im Rathaus, versprach, "sämtliche Anregungen" gerne aufzunehmen. Im konkreten Fall werden die Wartebänke zukünftig wohl bequemer gestaltet.

Ein neues Formular

Asterix löst die eingangs erwähnte Aufgabe übrigens, indem er einfach ein neues Formular erfindet und so die Beamten selbst in den Wahnsinn treibt. So schlägt er das "Haus, das Verrückte macht", mit den eigenen Waffen. Gewinner der Gocher Befragung sind hingegen offensichtlich alle – sowohl Bürger als auch die gelobten Angestellten.

(RP)