Goch Großer Erfolg für Musical "Immanuel"

Goch · Vor einem begeisterten Publikum fand am Wochenende die erste Aufführung des Weihnachtsmusicals der Family Singers in diesem Jahr statt. Mitreißend und berührend erzählt es von der Herbergssuche Marias und Josefs.

 Mit stehenden Ovationen gefeiert wurde das Musical "Immanuel" auf der Gaesdonck, hier der große Chor.

Mit stehenden Ovationen gefeiert wurde das Musical "Immanuel" auf der Gaesdonck, hier der große Chor.

Foto: Gottfried Evers

Nach über drei Stunden voller ergreifender Musik und Gesang und am Ende einer aufreibenden und beschwerlichen Reise fanden Maria und Josef endlich einen Rastplatz und die Bestätigung, Teil von Gottes Plan zu sein. "Gott ist mit uns", die Bedeutung des Namens Immanuel, zog sich als roter Faden durch den Abend. Eröffnet wurde dieser von Pastor Heinz-Norbert Hürter, der alle Besucher als "Gäste im Weihnachtsgeschehen" begrüßte. Als Ehrengast war Weihbischof Wilfried Theising anwesend, ebenso der ehemalige Pfalzdorfer Pastor Hermann Otto, sowie der Gocher Bürgermeister Karl-Heinz Otto.

Frei nach dem Gedanken, dass oft der Weg das Ziel ist, folgt das Musical Maria (Annette Regnitter) und Josef (Karl-Philipp Kamps) nachdem Maria erfährt, dass sie Gottes Sohn zur Welt bringen wird. Spielszenen und Musiknummer wechseln sich dabei in einer gelungenen Mischung ab.

Die gesellschaftlichen Folgen einer unehelichen Schwangerschaft für Maria und Josef werden nicht ausgeblendet, sie reichen so weit, dass Josef daran zu zerbrechen droht. Nur ein erneutes Eingreifen des Engels, trotz Krankheit fantastisch gesungen und gespielt von Daniel Verhülsdonk, verhindert dies. Aber auch die Not der einfachen Menschen, die unter der Herrschaft weniger Mächtiger leben ("Die großen Männer") wird thematisiert und kritisiert eine Gesellschaft, in der die Mehrheit der Menschen in ungerechten Strukturen gefangen ist.

Nicht nur an diesem Punkt zeigt das Musical Gegenwartsbezüge auf, die nachdenklich machen. Komische Elemente Zeitgleich machen sich weit entfernt zwei Weise, ein Theologe und ein Wissenschaftler, auf die Reise, um einem seltsam hellleuchtenden Stern zu folgen. Johannes Reintjes und Paul Gommers sorgten als ungleiches Paar für viele Lacher im Publikum. Vollständig waren die drei Weisen jedoch erst als sich ihnen ein Hochstapler, gespielt von Christian Driessen, anschloss. Während Maria und Josef bei ihrer Reise auf desillusionierte Jugendliche treffen, die längst jede Hoffnung auf Besserung aufgegeben haben, treffen die drei Weisen auf König Herodes, wunderbar diabolisch dargestellt von Hans-Peter Bause. Dieser stattet zwar die drei Weisen mit Geschenken für den neuen König der Juden aus, ordnet jedoch nach einer kurzen Prüfung seines Gewissens die Ermordung aller neugeborenen Jungen an. Die Kinder und Jugendlichen des Chores reagierten darauf mit dem herzzerreißenden "Warum hast du das getan", einer ergreifenden, traurigen Anklage, in der sie den Mord an ihren Brüdern verdammen und ihrem Schmerz Ausdruck verleihen. Ein Stück mit Gänsehautgarantie und sicher einer der berührendsten Momente an diesem Abend. Währenddessen werden Maria und Josef mit Fremdenfeindlichkeit und Vorurteilen konfrontiert, bevor sie, dank der Hilfe eines Jungen, in dem Stall Zuflucht finden, in der das Kind geboren wird. Neben den Hauptdarstellern spielte der Chor zweifellos die gar nicht so heimliche Hauptrolle. In diesem Jahr verstärkt durch die Mitglieder des Singkreises Emmerich präsentierte er sich präzise, harmonisch und stimmgewaltig und forderte von den Solisten gleichen Einsatz. Das Orchester, dirigiert von Manuel Hermsen, tat ein Übriges, um einen unvergesslichen Abend zu bereiten. Nach stehenden Ovationen des Publikums bedankten die Sänger sich mit einer Zugabe, bevor ein ganz und gar besinnlicher Abend zu Ende ging.

(RP)
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