Große Nachfrage nach dem Café Konkret in Weeze

Weeze : Neue Räume fürs Café Konkret

Die Einrichtung hat größere Räume in der Bahnstraße bezogen. Hier können Hilfsbedürftige zweimal in der Woche günstig einkaufen. Außerdem finden sie Ansprechpartner für ihre Sorgen und Nöte.

Der Andrang ist groß. 50 bis 60 Personen kommen regelmäßig am Montag und Donnerstag, um im Café Konkret einzukaufen. Zehn Cent kostet jedes Produkt, denn den ehrenamtlichen Helfern ist es wichtig, die Ware nicht kostenlos abzugeben. „Einmal wird so deutlich, dass hier alles seinen Wert hat, außerdem kommen sich die Besucher dann nicht so vor, als wenn sie von uns Almosen bekommen“, sagt Marianne Heißing. Sie gehört mit zum Team von 38 Ehrenamtlichen, die die Einrichtung betreuen.

Und weil die Nachfrage so groß ist, gab es den Wunsch nach größeren und modernen Räumen. Die hat das Café Konkret nun in der Bahnstraße gefunden. In dem Geschäft, in denen vor einigen Jahren noch das Schuhhaus Bauer verkaufte. Rund 25.000 Euro hat die Sanierung gekostet. Das Geld hat die Gemeinde vorfinanziert, über die Miete soll das Geld im Laufe der Zeit zurückgezahlt werden.

Die CDU-Landtagsabgeordnete Margret Voßeler konnte sich jetzt selbst ein Bild machen und erlebte helle freundliche Räume, in denen auch genug Platz ist, um mal eine Tasse Kaffee zu trinken und zu plaudern. Denn genau so wichtig wie der Verkauf von günstigen Produkten sei der persönliche Kontakt zu den Besuchern. „Viele kennen wir schon lange, sie vertrauen uns dann auch ihre Sorgen und Nöte an“, berichtet Marianne Heißing. Oft müsse mancher aber erst einmal eine Hemmschwelle überwinden, um überhaupt ins Café Konkret zu kommen. Vor allem Ältere täten sich schwer, hier um Hilfe zu bitten.

Die Ehrenamtlichen nehmen sich Zeit für die Besucher und haben jetzt auch ein Besprechungszimmer, wo einmal in Ruhe in einem geschützten Raum über konkrete Probleme geredet werden kann. Manchmal geht es nur um einen Rat, ein anderes Mal darum, etwas Geld für die fällige Stromrechnung zu bekommen. Hier könne man dann auch mal unbürokratisch mit einem Darlehen aushelfen, heißt es.

Finanziell getragen wird das Café Konkret von der katholischen und evangelischen Kirche sowie der Caritas. Unterstützung gibt es auch von der Gemeinde. Entstanden ist das Angebot aus der Caritasarbeit vor zwölf Jahren.

Inzwischen bekommt das Team bei Supermärkten, Bauern und Gärtnern Lebensmittel und Produkte, die kurz vor Ende der Mindesthaltbarkeit stehen. Im Café Konkret sind sie dann meist schnell vergriffen.

Besonders groß ist das Angebot übrigens bei Pflege- und Kosmetikartikeln. Das liegt an der Nähe zum Flughafen. Viele Fluggäste werfen die Artikel in den Mülleimer, weil sie im Handgepäck verboten sind. Das Café-Konkret-Team holt so regelmäßig selbst hochwertigste Pflegeartikel aus dem Terminal-Abfall. Das gehört ebenso zur Arbeit wie das Sammeln von Pfandflaschen am Airport. Auch dadurch kommt eine Menge zusammen.

Durch den Erlös dieser Sammlungen wird das Benzin des Busses für den Transport der benötigten Lebensmittel finanziert.