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Goch: Graefenthals Allee ist zerstört

Goch : Graefenthals Allee ist zerstört

Der Sturm hat zahlreiche Pappeln an der Zufahrt zum Klostergut gefällt. Allerdings waren die Tage der Bäume ohnehin gezählt.

Wie die sprichwörtlichen Zahnstocher knickte Orkan Friederike die hohen Bäume der Allee, die zum Klostergut Graefenthal führt, um. Rund 20 Pappeln lagen kreuz und quer am Boden und mussten schnell zumindest zur Seite geschafft werden, denn schon am Tag nach dem Sturm stand eine Veranstaltung auf dem Gelände an. Der Eigentümer und Geschäftsführer des Unternehmens ADG Group, Camiel Engelen, und Event-Managerin Emma Hogendoorn erzählten, wie die Allee buchstäblich in sich zusammenfiel und was nun werden soll.

"Es ging so schnell - das war schon ziemlich unheimlich", berichtet Hogendoorn. Nur wenige Orkanböen waren am vergangenen Donnerstag nötig, um die alten Pappeln, die die Zufahrt zum Torhaus markierten, umzuknicken. "Zum Glück waren keine Menschen in der Nähe, und auch Autos waren in diesen Stunden nicht an der Allee abgestellt", sagt Hogendoorn.

In den meisten Fällen knickten die Stämme, die vom heftigen Wind gepackt wurden, kurz oberhalb des Erdbodens ab. Warum selbst sehr dicke Bäume kaum Widerstand leisteten, wird jetzt deutlich: Sie waren zum großen Teil hohl.

 Der Stamm ist von innen hohl.
Der Stamm ist von innen hohl. Foto: Nik

"Pappeln sind echtes Unkraut", sagt Gochs Feuerwehrchef Georg Binn, der mit seinen Leuten immer wieder, nicht nur, wenn Friederike und ihre Geschwister wüten, umgestürzte oder geborstene Pappeln beiseite räumen muss. Auf dem Privatgelände von Graefenthal half Nachbar GMG beim Abtransport des Holzes. Dort, wo bei Großveranstaltungen Autos parken, hat die Kiesbaggerei Container aufgestellt, in denen zersägtes Baumholz gesammelt wird. "Die Unterstützung von GMG war uns eine große Hilfe, für die wir uns bedanken möchten", sagt Engelen.

Dass er und die Kollegin trotz des erheblichen Schadens nicht allzu unglücklich wirken, hat einen einfachen Grund: "Wir hatten schon im vergangenen Jahr mit dem Kreis Kleve darüber gesprochen, dass wir die Bäume aus Sicherheitsgründen gerne austauschen beziehungsweise die Allee erneuern möchten", berichtet Engelen. Denn gelegentlich abbrechende Zweige wiesen schon eine Weile darauf hin, dass die Baumreihen keine langfristige Zukunft mehr haben würden. Jeder Gocher und viele Menschen aus der Region kennen den Weg von der Maasstraße zum ehemaligen Kloster. Schön sahen die Baumreihen aus, die zum Torhaus der geschichtsträchtigen Anlage führten, das fanden sicherlich die meisten Besucher. Ob sie auch verkehrssicher waren, darüber wurde kaum nachgedacht, bis der Sturm für einen Anlass sorgte. Nun dürfte kein Zweifel mehr bestehen: Für diese brüchigen Bäume gibt es keine Zukunft mehr.

"Wir wollen die verbliebenen Pappeln auch entfernen und einheimische Laubbäume wie Eichen oder Kastanien nachpflanzen", sagt Engelen. Das wird die Optik für eine Reihe von Jahren erheblich ändern, der Beliebtheit des Areals als Event- und Ausflugsziel aber hoffentlich keinen Abbruch tun. "Wir haben hier viele Hochzeiten und andere Familienfeste, wo die Leute auf dem Gelände, am See und an der Niers schöne Fotos machen können. Jeden Tag kommen Spaziergänger in unser Café, und fürs neue Jahr sind schon wieder viele Veranstaltungen geplant", erzählt Hogendoorn. Eine Irish Night, ein mittelalterlicher Fight-Cup und der Ostermarkt stehen an. Vielen Gästen wird das Fehlen der alten Bäume auffallen.

(RP)