Goch: Gochs Bücherei zieht um

Goch: Gochs Bücherei zieht um

Zum 40-jährigen Bestehen zieht die Gocher Stadtbücherei vom Tertiarinnenkloster an die Pfalzdorfer Straße. Dabei gilt es 150 Regale aufzubauen und 36 000 Medien einzusortieren. Die Unterbringung ist aber nur ein Provisorium.

Wer dieser Tage die Pfalzdorfer Straße entlang fährt, der staunt: Wo vor einiger Zeit noch Neuwagen ausgestellt wurden, stehen jetzt prall gefüllte Bücherregale — und täglich kommen mehr hinzu. Die Stadtbücherei zieht gerade vom Tertiarinnenkloster in das ehemalige Autohaus Röchling um. Vier Bibliotheks-Mitarbeiterinnen und zwei Arbeiter eines Gocher Bauunternehmens arbeiten seit Montag von 8 bis 19 Uhr fast ohne Pause, damit die Gocher ab 2. Mai wieder Bücher ausleihen und zurückgeben können.

Bisher lässt sich nur erahnen, dass hier ab 2. Mai in Büchern geschmökert werden kann: Der Umzug zur Pfalzdorfer Straße ist in vollem Gange. Nach dem Aufbau der Regale können die Bücher (jetzt noch in Kartons) eingeordnet werden. Foto: Gottfried Evers

"Während zwei Mitarbeiterinnen im Kloster Bücher in Kartons packen und Regale abbauen, kümmern sich hier zwei um Aufbau und Einräumen", erklärt die Leiterin der Stadtbücherei, Michaela Koprek. Die beiden Männer fahren unterdessen mit einem Anhänger zwischen altem und neuen Standort hin und her. Etwa 150 Regale und 36 000 Medien müssen dabei transportiert werden, von PCs und Büromaterial ganz abgesehen. "Eigentlich haben wir 40 000 Medien im Bestand, aber anlässlich des Umzugs haben wir etwas ausgemistet", sagt Koprek.

Die Kartons sind mit drei unterschiedlichen Farben gekennzeichnet, um die Bücher beim Einräumen leichter wieder einordnen zu können: zu Sachbüchern, Romanen und Kinderbüchern. Das ehemalige Autohaus bietet eine vergleichbar große Fläche wie die Räume im Tertiarinnenkloster — rund 600 Quadratmeter — aber die Mitarbeiterinnen sehen viele Vorteile: Im Gegensatz zur bisherigen Unterbringung auf drei Etagen mit Aufzug ist es hier ebenerdig und auf einer Etage. Das bedeutet einen barrierefreien Zugang, auch zu den Sanitäranlagen. Die Glasfronten lassen zudem viel Licht in die Räume und sind dank Klebefolien mit unterschiedlichen Silhouetten von Büchereimitgliedern dekoriert.

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4000 Leihausweise musste wegen des Umzuges neu bedruckt werden. "Mein Team hat schon eine Menge Überstunden gemacht, damit wir das alles bewältigen können", sagt Koprek anerkennend. Besonders freut sie sich auch über das Engagement der Bücherei-Kunden: Viele wollten mit anpacken oder Kuchen backen.

"Die Unterbringung hier ist aber nur ein Provisorium. Hier werden alle Brandschutzbestimmungen erfüllt im Gegensatz zu den Räumen im Kloster. Wir setzen ein Zeichen: Wir wollen diese Bücherei und wir wollen, dass kein Kind in Goch ohne Bücher groß wird", sagt Dr. Stephan Mann, Direktor des Museums Goch, mit dem die Bücherei eng zusammenarbeitet.

Seit Februar brachten Handwerker und Schreiner das ehemalige Autohaus auf Vordermann, strichen die Wände, verlegten Teppichboden und brachten Sanitäranlagen und Elektrik auf den neusten Stand. Neben Büchern, Zeitschriften und Spielen gibt es am neuen Standort eine Leseecke, drei PC-Plätze in zwei Leseräumen und ein separates Zimmer für Fernleihe und als Informationspunkt.

(RP)