Goch: Gocherin Ingrid Karsten zeigt ihr "Spiel mit den Farben"

Goch : Gocherin Ingrid Karsten zeigt ihr "Spiel mit den Farben"

Die Künstlerin stellt ab morgen 70 neue, meist großformatige Werke in den historischen Gemäuern des Tertiarinnenklosters aus.

Warme Gold- und Bronzetöne, gemischt mit roten und braunen Farben, ein bisschen Silber — wer die Kunst von Ingrid Karsten kennt, der wird sich über diese Komposition, die Farbauswahl vielleicht wundern. Oder eben nicht. Denn wer Karstens betrachtet, der merkt schnell, dass hier nichts gewöhnlich, vorhersehbar oder gar gleichförmig ist.

Die Gocherin malt und zeichnet, wie es ihr gerade gefällt, wie es ihr Bauch ihr sagt. Ihr Markenzeichen, ihr Wiedererkennungsmerkmal ist die Vielfältigkeit, das Unvorhersehbare. "Ich kann nicht nur rote Bilder malen oder immer abstrakt-moderner Motive. Ich brauche die Abwechslung, sonst wird es mir zu langweilig", sagt Ingrid Karsten. Nur eine Kontinuität hat sie bei sich festgestellt: "Bis auf eine Ausnahme male ich immer mit hellen Farben. Oft sind es grüne und gelbe Töne."

Gold und Bronze seien bisher so gar nicht ihre Farben gewesen. Doch dann habe sie es einfach mal ausprobiert und war ganz begeistert von der Wärme, die von der Komposition mit Erdtönen ausgehe. Und auch wenn sie sich nicht als Serie bezeichnen lassen, so sind doch gleich mehrere dieser goldbronzenen Bilder entstanden — gemalt auf großen Leinwänden. "Ich kann nicht klein-klein, sonder muss mich entfalten können", sagt die Künstlerin, deren kleinste Werke 40 mal 60 Zentimeter messen, die Größten 1,20 mal 1,60 Meter. 70 dieser monumentalen Gemälde der Gocher Künstlerin werden an diesem und dem kommenden Wochenende im Gocher Tertiarinnenkloster, Mühlenstraße 16, zu sehen sein. Nach der Liebfrauenkirche als Ausstellungsort ist es wieder eine historisch-geistliche Stätte geworden, die sich Karsten als Umgebung für ihre Kunst gewählt hat. "Die alten Gemäuer und moderne Bilder — diesen Gegensatz finde ich einfach toll", sagt Karsten.

Sie freut sich, dass es mit der Ausstellung noch vor Weihnachten geklappt hat. Zum einen, weil sie ein Jahr nach ihrer eher kleinen Ausstellung im eigenen Garten ihre Werke endlich wieder einer breiten Öffentlichkeit zeigen wollte, zum anderen, weil das eine besonders gemütliche Zeit sei. Ihre Kunst können Interessierte jeweils an den beiden nächsten Samstagen und Sonntagen von 11 bis 17 Uhr sehen. Entstanden sind die Bilder alle in den vergangenen 18 Monaten, und die meisten von ihnen werden erstmals in einer Ausstellung zu sehen sein. Darunter auch mit Lack-, Acryl- und Pastellfarben bearbeitete Büttenpapiere und Ölgemälde auf Aluminiumplatten.

Titel werden die Ausstellungsbesucher vergeblich unter den Werken suchen. Denn genauso, wie sie aus dem Bauch heraus malt, will Karsten auch den Betrachtern die Chance geben, sich aus dem Bauch heraus eine eigene Vorstellung zu dem Gemalten zu machen.

(RP)