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Gocher Unternehmen präsentieren sich auf der Messe "Trans-Log" in Kalkar

Trans-Log-Messe : „Multimodal“: Transport und Logistik

Auf der Messe „Trans-Log“ im Wunderland Kalkar trafen sich zum dritten Mal Vertreter der Logistikbranche. Termin für 2020 steht schon fest. Erfolgreiche Gocher Fahrzeugbauer präsentierten dem Fachpublikum ihre Auflieger.

Auf den Zusatznamen „Intermodal“ verzichtet die Messe von diesem Jahr an. Aber nicht, weil es um das Verbinden verschiedener Verkehrsträger nicht mehr ginge – ganz im Gegenteil. Aber der Name war zu sperrig. Deshalb kommt die „Trans-Log“ nun kurz und knackig daher und spricht nach wie vor all diejenigen Unternehmen an, die in den Bereichen Transport und Logistik unterwegs sind. Auch IT-Dienstleister und Nebengewerbe sind dabei, außerdem Hochschulen, Versicherungen, Verbände. Zwei Tage lang hatten Fachleute die Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen und zu intensivieren. Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises Kleve (WfG) und die „Lernende Euregio“ wirkten intensiv mit. Letztere lud den niederländischen und deutschen Berufsnachwuchs zum Stapler-Geschicklichkeitsfahren ein.

Han Groot Obbink, der Geschäftsführer des „Wunderland“ und der Messe Kalkar, bedauerte, dass diesmal nur wenige niederländische Firmen vertreten waren und munterte beide Seiten auf, die jeweils andere Sprache zu lernen. Das sei sehr wichtig, um Geschäfte zu machen. Zum Hauptthema werde immer mehr der Fachkräftemangel - auch in den eigentlich boomenden Niederlanden. WfG-Chef Hans-Josef Kuypers wiederum verwies auf den deutschlandweit riesigen Logistiksektor, der auch am Niederrhein einen Schwerpunkt habe. In Emmerich etwa sei gerade eine sehr große Ansiedlung (Fiege) und eine Erweiterung (Convent) bekannt geworden, die mit einem Schlag 84 Arbeitsplätze gebracht hätten. Arbeitsplätze sind auch für den Messepartner GOFA ein Hauptthema. Pia Fehlemann aus der Personalabteilung der Gocher Fahrzeugwerke berichtet, dass das Unternehmen, das heute zu einem amerikanischen Mutterkonzern gehört, fast 200 Beschäftigte hat. „Es dürften auch 30 oder 40 mehr sein“, sagt sie. Ob Schlosser, Elektriker, Installateure – die Produktion biete zahlreiche Jobs und Ausbildungsstellen, die zu wenig nachgefragt würden. Wer einen Haupt- oder Realschulabschluss hat, teamfähig ist und Interesse am Thema hat, dürfe sich gerne bewerben. GOFA baut Tank- und Silofahrzeuge fast komplett in Goch. Bereits seit 2012 wachse das Unternehmen, das zu einem amerikanischen Konzern gehört, kontinuierlich, freut sich Thilo Wenath, einer der Geschäftsführer. Das Unternehmen liefert Spezialauflieger nach ganz Europa und sogar nach Russland, nach Nord- und Südamerika und nach Afrika -– etwa 500 Stück pro Jahr.

Foto: Markus van Offern (mvo)

Ein weiterer Großer aus derselben Stadt ist Kässbohrer, die in Goch als „Tirsan“ begannen und nach schwierigen Jahren jetzt wieder sehr gut dastehen und weiter expandieren wollen. „Wir haben 2018 insgesamt 2600 Fahrzeuge ausgeliefert“, sagt Iffet Türken, Vorstandsmitglied bei Kässbohrer. 70 Mitarbeiter hat das türkische Unternehmen, das sich vor einigen Jahren den Namen Kässbohrer sicherte, in Goch, und auch dort sind Stellen frei. Lieber spricht Iffet Türken aber über die breite Produktpalette und darüber, dass Kässbohrer-Auflieger für intermodale Herausforderungen besonders geeignet sind. Von der Straße auf die Schiene oder aufs Schiff muss es schnell und unkompliziert gehen. Ganz wichtig seien zudem Umweltgesichtspunkte. Der Auftrag, CO2 einzusparen, richte sich nämlich keinesfalls nur an Motorenhersteller. „Ganz wichtig ist es auch, leichte und aerodynamische Fahrzeuge mit großer Nutzlast zu konstruieren.“ Der in Kalkar ausgestellte Auflieger ist ein besonders leichtgewichtiger „Swap Body“ (3900 Kilogramm), der schon auf der IAA ausgezeichnet wurde. Die Fachfrau sieht es in ihrer Verantwortlichkeit, sich diesen Zukunftsthemen zu stellen – wie vermutlich auch die Vertreter vieler anderer Firmen.