Goch: Gocher Stringtime auch in den Ortsteilen

Goch : Gocher Stringtime auch in den Ortsteilen

In der Zeit vom 11. bis zum 20. April gibt es die 19. Auflage der Stringtime. Nach einem Jahr Pause kehrt sie mit einigen konzeptuellen und personellen Veränderungen zurück. Geblieben ist die Qualität von Dozenten und Teilnehmern.

Weg vom Elitären, hin zur Volksnähe. So ließe sich die neue Stringtime überschreiben, deren Programm jetzt dort vorgestellt wurde, wo die Streicherakademie im April ihr Hauptquartier errichten wird. Zum 19. Mal werden sich talentierte und handverlesene Nachwuchsmusiker aus Deutschland, Polen und den Niederlanden hier einfinden, um unter Anleitung von Dozenten internationalen Ranges ihr Spiel zu verbessern, untereinander Kontakte zu knüpfen und — was die wohl grundlegendste Konzept-änderung bei der Stringtime NiederRhein ist — das gesamte Projekt sowie die Musik den Gochern näher zu bringen.

Hermann-Josef Kleinen, gemeinsam mit Dr. Stephan Mann seitens der Stadt verantwortlich für das Ganze, sprach von "gewissen Änderungen" und zählte vier Punkte auf. Zum einen wird es in der Zeit vom 11. bis zum 20. April "Gastkonzerte in Goch" geben, außerdem ist vorgesehen, dass die Dozenten mit Schülern hiesige Kitas besuchen, um bei den ganz Kleinen vielleicht das Interesse für die klassische Musik und die Streichinstrumente zu wecken. Ebenfalls neu werden die öffentlichen Proben sein, zu denen jeder "herzlich eingeladen ist", so Kleinen, und auch der Umstand, dass diesen Proben Studenten von der Radboud-Universität aus Nimwegen beiwohnen werden. Und zwar Studenten, die speziell im Bereich der Hochbegabung forschen und mit den Dozenten und Teilnehmern diskutieren werden.

Bisher sei die Stringtime schon eine "ganz wunderbare Geschichte gewesen, die unterbrochen werden musste", sagte Mann mit Blick auf die schwere Erkrankung des einstigen Erfinders Helmut Lintzen. Jetzt sei sie allerdings zurück und solle künftig stärker in Goch verwurzelt werden. Einer der Garanten für die qualitativ hochwertige Fortsetzung sei, darin waren sich sowohl Kleinen als auch Mann einig, der Umstand, dass abermals Prof. Gotthard Popp die künstlerische Leitung übernommen und ein renommiertes Dozententeam zusammengestellt habe. Unter anderem dabei: "Polens Cellist Nummer eins, Professor Thomasz Strahl", sagte Popp. Die weiteren Akteure setzen sich aus Stringtime-Erfahrenen und Neulingen zusammen. "Wir mussten altersbedingt wechseln, damit die Diskrepanz zwischen Schülern und Dozenten nicht zu groß wird", erklärte der künstlerische Leiter.

Unterrichtet werden die laut aktuellem Stand 46 Teilnehmer (jeweils 15 aus Deutschland und Polen, 16 aus den Niederlanden) in folgenden drei Bereichen: im Einzelunterricht, in der Kammermusik und im Orchesterspiel. "Das sind die drei Säulen", so Leiter Gotthard Popp.

Die benötigte Zahl Gastfamilien für die Musiker, die maximal 15 Jahre alt sein dürfen, wurden gefunden und auch einige Sponsoren konnten erneut von dem Vorhaben überzeugt werden.

Bleibt also nur noch abzuwarten, ob das neue Konzept bei den Gochern selbst auch so ankommt, wie die Verantwortlichen sich das wünschen.

(RP)
Mehr von RP ONLINE