Goch: Gocher Rat für Mexiko

Goch : Gocher Rat für Mexiko

Der Gocher Willi Schabrucker ist Pensionär – aber seine Berufserfahrung in Sachen Verwaltungsleitung liegt deshalb nicht brach: Für einige Wochen ist er nun im mexikanischen Morelia und berät dort die Stadt-Spitze.

Der Gocher Willi Schabrucker ist Pensionär — aber seine Berufserfahrung in Sachen Verwaltungsleitung liegt deshalb nicht brach: Für einige Wochen ist er nun im mexikanischen Morelia und berät dort die Stadt-Spitze.

Morelia? Nie gehört. Italien vielleicht? Nein, Morelia ist eine große Stadt mit ungefähr 700 000 Einwohner, liegt in Mexiko. Verkehrsgünstig mit Hafen und eigenem internationalem Airport. Aber Morelia kennt außerhalb des Landes so gut wie niemand.

Ein Problem, und deswegen soll sich das ändern. Hilfe erhoffen sich die Stadtoberen dabei aus Goch, von Willi Schabrucker. Der Diplom-Verwaltungswirt, (Un-)Ruheständler mit umfangreicher Berufserfahrung beispielsweise als Gemeindedirektor im Kreis Düren, gehört zu einer ganz kleinen Delegation, die für den SES, den Senior Experten Service Bonn, gerade nach Morelia geflogen ist.

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"Erst mal für eine Bestandsaufnahme, um zu schauen, wo liegen Chancen und Möglichkeiten", berichtet der Gocher. "Und dann werden wir sehen, ob die von der Stadt angestrebte Öffnung nach Europa vielversprechend ist, welche Potenziale da vorhanden sind."

Dass welche vorhanden sind, daran zweifelt Willi Schabrucker nicht. "Es gibt zwei staatliche und außerdem noch private Hochschulen, es gibt den Hafen und den Airport." Da müsse es doch mit dem sprichwörtlichen Teufel zugehen, wenn man da nicht etwas erreichen könne.

Erreichen — darunter versteht Willi Schabrucker vor allem: ein Netzwerk knüpfen das trägt. Angefangen hat er damit vor Ort. Gemeinsam und im Gespräch mit Gochs Wirtschaftsförderer Rüdiger Wenzel. Schließlich geht es um Themen wie Möglichkeiten öffentlicher Förderung, Existenzgründung, Infrastruktur. Und es gehe, so Wenzel, vor allem um Vergleichbares.

Das gibt es, in Form der Hochschulen. Schabrucker hat, unterstützt von Rüdiger Wenzel, schon längst mit dem Knüpfen des Netzes begonnen. Sehr vielversprechend war die Unterredung mit der Klever Hochschul-Direktorin Prof. Marie-Louise Klotz. Schabrucker: "Sie nimmt Kontakt mit den Hochschulen in Morelia auf, schaut was passt, wird einen Austausch organisieren."

Und das sei, so Rüdiger Wenzel, "ein Top-Ansatz": Hochschul-Absolventen, hoch qualifiziert. Ihnen dabei helfen, dass sie zu Hause, in ihrer Heimatstadt oder wenigstens in der Heimatregion bleiben können, eine berufliche Perspektive haben, etwas zur Entwicklung des Ortes tun können.

Auf die Stadt war Willi Schabrucker vor seinem Abflug schon sehr gespannt. Ihm ist klar: Das ist Ehrenamt, aber das wird kein Zuckerschlecken. In Sachen Kriminalität hat er sich kundig gemacht, er wird sehen, wie es mit dem Klima ist. Untergebracht ist er — ein Brief aus Morelia wies es vorher aus — in einer Art Ferienwohnung. Große Ansprüche stellt er da nicht: "Hauptsache sauber."

Und wenn die viel zitierte Bestandsaufnahme positiv ausfällt, Perspektiven aufzeigt, dann wird der Gocher das erste, aber wohl nicht das letzte Mal in Mexiko gewesen sein...

(RP/rl)
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