Gocher Pärchen gesteht vor Gericht Drogenhandel

goch/kleve : Gocher Pärchen gesteht Drogenhandel

Ein 25-jähriger Mann und seine 32-jährige Lebensgefährtin haben mit dem Verkauf von Drogen ihren eigenen Konsum finanziert.

Wegen teils bewaffneten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge muss sich ein Pärchen aus Goch vor dem Klever Landgericht verantworten. Die Polizei hatte die Angeklagten im August 2017 in der Nähe der Gocher Postfiliale an der Brückenstraße angehalten und im Kofferraum knapp ein Kilogramm Marihuana entdeckt. Im Wagen fanden die Beamten zudem einen Schlagring und zwei Dosen Pfefferspray.

Bei der Durchsuchung der gemeinsamen Wohnung sowie einer angemieteten Lagerhalle fand die Polizei danach weitere Rauschmittel, darunter Amphetamin, Marihuana und Ecstasy-Tabletten. Zudem sollen 230 Gramm Amphetamin, die bei einer bereits verurteilten Gocherin gefunden worden waren, auf das Konto der Angeklagten gehen: Die Frau hatte das Rauschmittel für die Angeklagte aufbewahrt, was letztere am Montag bestätigte.

Das Pärchen hat die Vorwürfe im Wesentlichen eingeräumt: Zunächst habe ihr 25-jähriger Partner kleinere Mengen Rauschmittel verkauft, irgendwann sei sie dann auch in den Drogenhandel eingestiegen, so die Angeklagte am Montag. Die gehandelten Mengen hätten im Laufe der Zeit zugenommen. Von dem Kilogramm Marihuana im Kofferraum habe die 32-Jährige aber nichts gewusst.

Zu dem Marihuanafund im Kofferraum war es zufällig gekommen, wie ein Polizeibeamter am Montag im Zeugenstand erklärte. Zwar sei der vom Angeklagten geführte Pkw den Beamten bisweilen im Stadtgebiet aufgefallen –, bei der Kontrolle soll es sich aber zunächst um eine routinemäßige Verkehrskontrolle gehandelt haben. Bei der Überprüfung der Personalien erhielten die Beamten über Funk den Hinweis, genauer nachzuschauen, und durchsuchten daraufhin mit Zustimmung des Angeklagten den Kofferraum. „Dort fanden wir knapp ein Kilogramm Gras, in einer Einkaufstüte verstaut“, so der Polizist.

In der angemieteten Lagerhalle fanden die Ermittler neben weiteren Drogen auch Utensilien zur Herstellung von Amphetamin. Eine Zollfahnderin erklärte im Zeugenstand, es habe sich dabei um eine sogenannte „Rührküche“ gehandelt, in der Amphetaminöl üblicherweise durch Zugabe von Methanol und Batteriesäure zum Endprodukt weiterverarbeitet werde.

Mit dem Drogenhandel haben die beiden Angeklagten auch den eigenen Konsum finanziert. Der Imbisswagen der Angeklagten sei eher schleppend gelaufen, so die 32-Jährige, und der Konsum nicht gerade gering gewesen: „Ich habe morgens den ersten Joint geraucht und was gezogen. Das brauchte ich, um aktiv werden zu können“, so die Frau. Fünf Gramm Marihuana und ein bis anderthalb Gramm Speed seien es im Schnitt täglich gewesen, am Wochenende kamen weitere chemische Drogen hinzu. Ihr Partner konsumierte nach eigener Aussage bis zur Verhaftung ebenfalls fünf Gramm Marihuana täglich.

Aufgrund des Drogenkonsums der beiden Angeklagten wird die Strafkammer auch darüber entscheiden müssen, ob im Falle einer Verurteilung Maßregelvollzug infrage kommt. Der Prozess wird am kommenden Montag um 9 Uhr fortgesetzt.

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