Gocher Kolping-Komitee präsentiert das Prinzenpaar in spe

Karneval : Goch feiert sein Prinzenpaar in spe

Das Kolping Karnevals Komitee 1885 Goch präsentierte die künftigen Tollitäten der Weberstadt. Julia Giesen und Johannes Knops wurden von Aberhunderten von Narren im restlos gefüllten Kastell begeistert empfangen.

  Diesem Moment hatten alle entgegen gefiebert: Das Tor der Burgkulisse war geöffnet, hinter einem orange-gelben Wandschirm waren zwei Silhouetten unschwer als Prinzenpaar zu erkennen. Unter dem Jubel des Narrenvolkes im Gocher Kastell stürmten Julia Giesen und Johannes Knops als künftige Julia I. und Johannes V. die Bühne und wurden mit einem Riesenapplaus von den baldigen Untertanen empfangen. Doch von Anfang an: Die Vorstellung des Prinzenpaares am „Elften im Elften“ hat Tradition (nicht nur) in Goch. Von den insgesamt neun karnevalstreibenden Vereinen der Weberstadt stellt jedes Jahr einer das Prinzenpaar, und zwar nach einer feststehenden Reihenfolge. In der nun begonnenen Session ist das Kolping Karnevals Komitee (KKK) 1885 Goch an der Reihe.

Um die Vorstellung der künftigen närrischen Oberhäupter der Stadt sowie die offizielle Sessions-Eröffnung mitzuerleben, waren mehrere hundert Karnevalisten ins Kastell gekommen, kein Sitzplatz war mehr frei, dicht gedrängt stand das Publikum auch an den Stehtischen. Neben Vertretern der Gocher Vereine waren auch die närrischen Tollitäten von Emmerich, Kranenburg und Bedburg Hau mit einem Teil ihrer Garden gekommen.

Die Kolping-Karnevalisten hatten das „Wohnzimmer“ des Gocher Karnevals sorgfältig geschmückt in den Vereinsfarben gelb, orange und schwarz. Schon der Eingangsbereich empfing die Gäste mit einer besonderen Atmosphäre: Herbstblätter, beleuchtete Äste, viele hundert Papierblüten, funkelnde Lichterkränze. Auf den Tischen im Saal standen filigrane Scherenschnitte, die ein tanzendes Paar darstellten, große Scherenschnitte hingen an der Decke. Über der Burgkulisse auf der großen Bühne war auf einer Leinwand ein tanzendes Prinzenpaar vor der Skyline der Stadt Goch zu sehen.

Zur Einstimmung des Publikums eröffnete die Kolping-Traditionsband, kurz „K6“, die Veranstaltung und gab ein Live-Konzert der Extraklasse. Seit mehr als 66 Jahren rocken die Musiker den Karneval nicht nur in Goch. Durch das Programm führten Frank Goossens, Vorsitzender des KKK und in diesem Jahr Adjutant des Prinzenpaares, und Torsten Matenaers, ebenfalls Adjutant. Erst einmal hieß es „in Erinnerungen schwelgen“. Seit 1971 stellte der Kolping-Karneval in Goch sechs Prinzenpaare, die die beiden Moderatoren in einem Rückblick vorstellten. Auf der Leinwand erschienen die Fotos, dazu ertönten die großen Hits der jeweiligen Session, und Goossens und Matenaers erzählten, dass zum Beispiel das erste Kolpings-Paar, Heinrich IV. und Engeline I., nur 20 Termine absolvierte, während heute weit mehr als 200 Auftritte in der Session zu bewältigen sind.

Dann wurde es allmählich  spannend, K6 drehten  noch einmal richtig auf, die Gäste sangen und tanzten mit. „Gemeinschaft wird großgeschrieben im Karneval und auch bei uns“, sagte Frank Goossens, und auf der Leinwand erschienen die Porträts aller Vereinsmitglieder, denn Jeder, so Goossens, sei ein Mosaikstein des Gelingens. Die Porträts formten sich zu den Umrissen des Prinzenpaares, dann war es soweit. Julia Giesen und Johannes Knops standen auf der Bühne, und man konnte sehen, dass sie einfach nur glücklich waren. Die künftige Prinzessin im eleganten schwarz-gelben Abendkleid begrüßte mit strahlendem Lächeln die Gäste: „Endlich fängt sie wieder an, die fünfte und schönste Jahreszeit.“ Matenaers stellte die 32-.jährige Optikerin vor als Karnevalistin von Kindesbeinen an. Sie habe sich durch alle Tanzgruppen getanzt, sei heute Trainerin der Funken und habe auch ihre Familie mit dem Karnevalsvirus infiziert. Johannes Knops wird nach Marcus, der in der Session 2011 Gocher Prinz war, als zweiter Sohn des Kolping-Ehrenmitgliedes Josef Knops, die Gocher Narren anführen, auch er sei Vollblutkarnevalist seit Jahrzehnten.

Volles Haus im Gocher Kastell: Zu Hunderten waren die Narren gekommen, um das Kolping-Paar in spe zu feiern. Foto: Evers, Gottfried (eve)

Die offizielle Eröffnung der Session übernahm der Vorsitzende des Festkomitees Gocher Karneval, Frank Bömler. Er gratulierte dem KKK, dass er sich getraut hatte, auch an einem „schnöden“ Montag die Veranstaltung abzuhalten, denn: „So ist es richtig, und man sieht ja auch, alle Gocher Narren haben mit den Füßen abgestimmt und sind gekommen.“ Auch Bürgermeister Ulrich Knickrehm zeigte sich stolz auf das künftige Paar: „Ihr werdet die Stadt ganz toll repräsentieren.“ Sehr herzlich wurde das Paar in spe auch von den Vorgängern Christian Rothgang und Lisa Hinkelmanns begrüßt.