Goch: Gocher haben ihr Goli zurück

Goch : Gocher haben ihr Goli zurück

Vorpremiere: Kino-Betreiber Peter Pickl hätte die ganze Welt umarmen mögen. Und Wolfgang Skötsch, Miteigentümer des Gebäudes, gratulierte zum Start. Sein Geschenk: Das Kino ist bis 2011 mietfrei.

Geschafft! Und das...durchaus im doppelten Sinne. Peter Pickl, Franke, Wahl-Gocher und hoffnungsfroher neuer Betreiber des Goli an der Brückenstraße in Goch, gelang, mit nur kurzer Verzögerung, die Vollendung seiner eigentlich tollkühnen Pläne: Goch wieder ein Lichtspielhaus zu bescheren. Geschafft war er, kein Wunder, viel Arbeit liegt hinter ihm — und seinen Mitstreitern.

Nur 135 Tage

Donnerstagabend — Vorpremiere! Nach langer Zeit füllt sich das Haus mal wieder mit "ganz regulären" Kinobesuchern. Ein kleiner Kreis ist es zunächst nur, der da zusammengekommen ist. Unter ihnen Wolfgang V. Skötsch aus Niedernhausen, Eigentümer des Gebäudes, der Pickl unterstützte, wo er nur konnte. Skötsch erinnerte: "Anfang Juli hieß es in der Presse, das Kino erwache aus dem Dornröschenschlaf. Heute treffen wir uns zur geplanten Wiederaufnahme des Spielbetriebs, das sind genau 135 Tage nach der ersten Pressekonferenz, wo ich sagte: ,Popkorn statt Kilometergeld'. Wir möchten insbesondere der Jugend ein Stückchen Kultur erhalten und werden bemüht sein, durch ein gemixtes Programm allen Ansprüchen gerecht zu werden. Hierfür benötigen wir aber den intensiven Dialog mit unserem Publikum."

Und natürlich Peter Pickl, der leidenschaftliche Cineast. Ihm schenkte Skötsch zur Eröffnung passenderweise das Buch "1001 Filme, die Sie sehen sollten, bevor das Leben vorbei ist".

Pickl, so Skötsch weiter, sei "ein Glücksritter". Genau so jemanden habe es gebraucht, das Unmögliche zu wagen. "So manchem strukturierten Zeitgenossen" hätten bei einer solchen Vorgehensweise "die Haare zu Berge" gestanden — "und um ehrlich zu sein, ich hatte in den letzten Wochen eine sehr kurze Frisur, damit diese Momente bei mir nicht so offensichtlich wurden", sagte Skötsch verschmitzt.

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Er dankte den vielen (ehrenamtlichen) Helfern, die für die ganze Stadt etwas geleistet hätten. Vor allem Rüdiger Wenzel, Gochs städtischem Wirtschaftsförderer: Er habe sich "weit über die Verpflichtungen hinaus, die durch seinen Job gegeben sind, für dieses Projekt eingesetzt!" Und er hob auch seinen "lieben Freund Norbert Spenner" hervor, "der mir und meiner Familie schon seit dem Kindergarten treu ist", sich in den Jahren des Stillstands ums Kino gekümmert habe. "Hätte Norbert nicht wöchentlich die Lüftung betätigt, wäre das Goli nicht in dem tadellosen Zustand geblieben!"

(RP)