Goch: Gocher Fußgängerzone wird attraktiver

Goch: Gocher Fußgängerzone wird attraktiver

14 Wohnungen und ein großes Ladenlokal entstehen an der Voßstraße. Für H & M sind 500 Quadratmeter zu wenig - der Textiler verlangt zwei Etagen, heißt es. Wer sich ansiedeln wird, wisse er noch nicht, sagt Investor Heinz Lamers.

14 Wohnungen und ein großes Ladenlokal entstehen an der Voßstraße. Für H & M sind 500 Quadratmeter zu wenig - der Textiler verlangt zwei Etagen, heißt es. Wer sich ansiedeln wird, wisse er noch nicht, sagt Investor Heinz Lamers.

Ein solcher Riesenhaufen Steine mitten in der Stadt - das gibt's nicht ganz so häufig. Was die Firma Siebers da in diesen Tagen niederreißt und abtransportiert, waren mal zwei Häuser an der Gocher Vossstraße. Eine kahle Fläche wird's danach nicht bleiben, denn derjenige, der das Grundstück erworben hat, ist auch der Bauherr: An der Ecke Vossstraße / Auf dem Wall entsteht in den kommenden Monaten ein großes Wohn- und Geschäftshaus. Es soll das Ende (oder den Anfang?) der Fußgängerzone deutlich attraktiver machen, wünscht sich die Stadt. Und den Gochern ein neues großflächiges Einzelhandelsgeschäft bieten.

Dies wird nicht die Textilkette H & M sein, wie vorwiegend junge Bürger schon hoffnungsvoll mutmaßen. Denn Investor Heinz Lamers weiß, dass dieser Konzern Verkaufsräume auf zwei Etagen sucht. "Und das Risiko, soviel Raum für ein Ladenlokal herzurichten, ist mir zu groß." Da setzt er lieber auf Mietwohnungen, die inzwischen überall am Niederrhein und eben auch in Goch fehlen. Gerade kleinere und seniorengerechte. Die an der Vossstraße / Ecke Auf dem Wall sollen zudem auch von wirtschaftlich weniger Leistungsfähigen zu bezahlen sein: "Wir bauen öffentlich geförderte Wohnungen. Insgesamt 14 Stück in Größen von 49 bis 76 Quadratmeter", erklärt Junior Dennis Lamers.

Etwa so soll das künftige Wohn- und Geschäftshaus aussehen. Foto: KB-Bau

Beide Männer wissen, dass die Nachfrage an Wohnraum, der einerseits (auch energetisch) zeitgemäß ist und andererseits vergleichsweise preiswert, groß ist. Sowohl viele Rentner, als auch junge Leute, die gerade erst im Beruf Fuß fassen, sind froh über niedrige Mieten. In etwa einem Jahr soll ihr neues Zuhause fertig sein.

"Wir haben eine ganze Weile an diesem Projekt geplant", sagt Heinz Lamers. Denn der Neubau muss Vieles berücksichtigen. Nicht zuletzt hatte die Stadt Goch so ihre Vorstellungen, denn nebenan auf der Vossstraße steht ein denkmalgeschütztes Wohnhaus, überhaupt gibt es an der unteren Vossstraße noch einigen zum Teil ansprechend sanierten Altbestand.

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Dem war Rechnung zu tragen. "Wir haben also bei der Geschossigkeit und der Anordnung der Fensterreihen auf die Nachbarschaft Rücksicht genommen", erklärt der Chef von KB-Bau. Ein bisschen "wie früher" soll der Ersatzbau aussehen, aber nicht historisierend, sondern schon modern. Niemandem soll vor geschummelt werden, hier stehe ein 100-jähriges Haus - bloß harmonisch soll's wirken.

Ein "Trick", den die Architekten anwenden: Von außen wird der Komplex aussehen, als wären es mehrere Häuser, sogar verschiedenfarbig werden ihre Fassaden sein. Innen allerdings erstreckt sich eine ebenerdige Ladenfläche von 412 Quadratmetern, die in den Hof hinein noch um 76 Quadratmeter erweitert werden kann.

Auf fast 500 Quadratmetern sollte einiges möglich sein; was genau, das werden Vertriebs-Fachleute für Lamers ermitteln. Gegenüber ist bekanntlich - ebenfall in einem Neubau - C & A untergebracht. Schon dessen Ansiedlung an dieser Stelle sollte damals den Fußgängerbereich Auf dem Wall mit Sport Matern und schließlich auch den Kaufland-Komplex gut an die Vossstraße anbinden. Durch die erneute Aufwertung des Umfelds dürfte dies noch besser gelingen.

Viele Gocher, von Kindergartenkindern bis zu Senioren, schauen in diesen Tagen neugierig durch den Bauzaun. Schweres Gerät setzt die Firma Siebers ein, um die Altgebäude abzureißen. Ein Keller ist zu verfüllen, denn der Neubau wird ohne auskommen. Auch ohne Tiefgarage, denn Parkplätze für die Mieter gibt es in der Nachbarschaft, für Geschäftskunden ebenfalls. KB-Bau produziert die Mauern für seine Haustypen in seinem Fertigteilwerk vor. So dürfte der Rohbau recht schnell errichtet sein.

Mit gemischten Gefühlen beguckt sich der frühere Eigentümer von Eckhaus und Gelände, Gerhard van Nooy, die Baustelle. Der alte Herr ist schon vor einigen Monaten aus dem Haus, das er und seine bereits verstorbene Frau 1967 bauten, ausgezogen, oben war Platz für vier Mietparteien. Das Elternhaus van Nooys gleich gegenüber an der Vossstraße hatte vor Jahren dem C & A-Projekt Platz gemacht.

(RP)
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