Goch: Wilhelm-Anton-Hospital baut Hubschrauberlandeplatz

Wilhelm-Anton-Hospital : Gocher Krankenhaus baut Hubschrauberlandeplatz

Patienten und Besucher dürften es schon bemerkt haben: Hinter dem Gocher Krankenhaus sind Erdarbeiten im Gange. Schweres Gerät legt einen Platz an, den es früher schon gab und der jetzt erneuert wird: Das Wilhelm-Anton-Hospital bekommt einen neuen Hubschrauberlandeplatz.

Das bestätigte die Pressestelle des Klinikums der Rheinischen Post auf Anfrage.

Konkret teilt Christian Weßels, der Leiter der Unternehmenskommunikation der Karl-Leisner-Trägergesellschaft, mit: „Wir ertüchtigen den Hubschrauberlandeplatz am Wilhelm-Anton-Hospital. Grund sind veränderte Vorgaben im Bereich der Befestigung und Markierung, die wir umsetzen. Aktuell werden Pflasterarbeiten vorgenommen, die Arbeiten sollen noch in diesem Jahr beendet werden.“

Warum aber eine vermutlich recht kostenintensive Investition, wo doch die Unfallchirurgie nach Kleve abgegeben wurde und chirurgische Notfallpatienten eher nicht nach Goch kommen? Schon jetzt sind ja längst nicht mehr alle Abteilungen im Hospital vertreten, und für die Zukunft wird eher mit einer weiteren Umstrukturierung in Richtung teilstationärer oder gar ambulanter Dienstleistungen gerechnet. Sicherlich wird die Behandlung von Unfallopfern nicht mehr zum üblichen Spektrum gehören. Wozu also ein Hubschrauberlandeplatz?

Die Internetseite des Gemeinsamen Bundesausschuss informiert über das System der Notfallversorgung an Krankenhäusern. Zu erfahren ist, dass es vor dem Hintergrund, die Patienten auch in ländlicher Region gut zu versorgen, ein gestuftes System von Notfallstrukturen in Krankenhäusern gibt. Hospitäler, die nicht einmal eine Basisnotfallversorgung garantieren können, werden mit Abschlägen pro stationärem Patienten „bestraft“. Anders herum bekommen Krankenhäuser, die Voraussetzungen zur Akutversorgung bieten, Zuschläge. Dies ergibt sich aus der „Notfallstufenvergütungsvereinbarung“, die die gesetzlichen und privaten Krankenkassen und die Deutsche Krankenhausgesellschaft ausgehandelt haben. Kliniken mit erweiterter oder umfassender Notfallversorgung bekommen deutlich mehr Geld.

Ein Krankenhaus, das wie das Wilhelm-Anton-Hospital an der Basisnotfallversorgung (Stufe 1) teil hat, muss mindestens über die Fachabteilungen Chirurgie oder Unfallchirurgie sowie Innere Medizin verfügen. Auch muss eine Zentrale Notaufnahme vorgehalten werden, in der auf der Grundlage eines strukturierten Systems über die Priorität der Behandlung entschieden wird. Ein Facharzt und bei Bedarf auch ein Anästhesist muss innerhalb von maximal 30 Minuten am Patienten verfügbar sein. Für eine eventuell notwendig werdende Intensivbehandlung ist auch eine Intensivstation unabdingbar. Zur nötigen Infrastruktur gehört anscheinend auch ein Hubschrauberlandeplatz, der nach RP-Informationen früher (als es ihn noch gab) durchaus einige Male im Jahr zum Einsatz kam. Solche Notfallstrukturen vorzuhalten kostet Geld – deshalb der Zuschlag. Knapp zwei Drittel der Krankenhäuser in Deutschland nehmen am System der Notfallversorgung teil.