Goch: Theaterwerkstatt spielt wieder Shakespeare

Kartenverkauf startet : Theaterwerkstatt spielt wieder Shakespeare

Die Theater-Gruppe von Haus Freudenberg erarbeitet gerade das Stück „Wie es euch gefällt“.

Schauspieler nach ihrer Lieblingsrolle zu fragen, ist vielleicht nicht ganz fair. Das hängt ja von so vielen Umständen ab: den Mitspielern, der eigenen Befindlichkeit, der Inszenierung… Christa hat aber doch ein Stück in ganz besonders guter Erinnerung: „Das mit dem Esel.“ Ist ja auch eine verrückte Vorstellung, dass ein Mann seine Frau derart verzaubert, dass die sich in einen Esel verliebt. So geschehen in Shakespeares „Sommernachtstraum“, und Shakespeare gibt’s jetzt erneut: Die Theater-Werkstatt von Haus Freudenberg erarbeitet gerade das Stück „Wie es euch gefällt“. Mehr als 100 Schauspieler und Helfer sind für den Erfolg, mit dem fest gerechnet werden darf, verantwortlich. Allen voran Anna Zimmermann-Hacks, die sich die Inszenierung ausgedacht hat und Regie führt.

Seit 16 Jahren spielen die Mitarbeiter von Haus Freudenberg Theater. „Ursprünglich war es ein Inklusionsprojekt, aber davon sprechen wir inzwischen gar nicht mehr“, sagt die Regisseurin. Denn ob es Beeinträchtigte oder Menschen ohne Behinderung sind, die da auf der Bühne miteinander agieren, vergessen nicht nur die Beteiligten schnell. Gregor zum Beispiel, von Hause aus Lehrer und einer der externen Schauspieler, versichert: „Als ich das erste Stück sah, war ich total begeistert. Nach zehn Minuten spielt es gar keine Rolle mehr, wer behindert ist und wer nicht.“ Ähnlich hat es Dominik (im Team sind alle per Du) erfahren, der als Bürgermeister von Kevelaer und mit seiner großen Familie bestimmt genug u tun hat. Aber in der Theater-Werkstatt spielt er mit Begeisterung mit. „Inzwischen sind auch meine Frau und zwei Kinder dabei, ein echtes Familienprojekt“, freut er sich.

Am Pressegespräch nahmen Hofdamen, ein Priester, Wächter, gute und böse Herzoge und sonst so allerlei Gestalten teil, die sich gerne befragen ließen. Emmy, Christa, Joana und die anderen erklärten, warum schauspielern toll ist und wie lange sie üben, bis alles klappt: etwa ein halbes Jahr. Ganz wichtig ist auch die Band, bestehend aus den Gruppenleitern Vivien Zastrow, Felix Pickers und Daniel Bormann, der bei der Präsentation nicht dabei sein konnte. Die Musiker spielten den Song „Tanz“ von Stoppok, ein Text wie gemacht für eine Miteinander-Aktion. „Beweg Dein Herz zum Hirn, schick beide auf die Reise, tanz, tanz, tanz aber dreh Dich nicht im Kreise“ lautet der Refrain.

Mit Herz hat die Theater-Werkstatt natürlich ganz viel zu tun, und das Stück, in dem es auf durchaus humorige Weise um die Liebe geht, auch. „Es wird ein lustiges Stück, dessen Botschaft jedoch nicht im Humor untergehen wird“, versichert Anna Zimmermann-Hacks. Das Team, das auf und hinter der Bühne im Einsatz ist, hat drei anstrengende Wochenenden vor sich. Die Aufführungen finden am Samstag, 29. Februar, 19 Uhr, und am Sonntag, 1. März, um 15 Uhr im Kevelaerer Bühnenhaus statt, am Samstag, 7. März, um 19 Uhr in der Stadthalle Kleve, am Samstag, 14. März, um 19 Uhr und letztmalig am Sonntag, 15. März, um 15 Uhr im Gelderner Lise-Meitner-Gymnasium statt. Bei Freudenberg in Goch wird zwar geprobt, aber da es kein geeignetes Veranstaltungszentrum gibt, müssen die Gocher die Vorstellungen in den Nachbarstädten besuchen. Acht Euro kosten die Karten, die es unter anderem im Klever Café Samocca und im Rathaus Kevelaer gibt.