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Goch: Sie wollen den Marktplatz beleben​

Gastro-Insel in Goch : Sie wollen den Marktplatz beleben

Der zentrale Platz in Goch soll autofrei werden: statt Parkplatz für Fahrzeuge soll dort ein Treffpunkt für Menschen sein. Ab 21. Mai wird eine Gastro-Insel aufgebaut.

Diese Woche ist die vorerst letzte, in der auf dem Gocher Marktplatz geparkt werden kann. Weil nämlich endlich – zumindest probeweise – geschieht, was sich viele Bürger seit langem wünschen: Das Herz der Stadt wird autofrei, statt Fahrzeuge sollen sich dort demnächst Menschen treffen.

Vom 21. Mai an steht die zentrale Fläche zum Parken nicht mehr zur Verfügung, denn es wird eine Gastro-Insel aufgebaut, die einen Großteil der Fläche in Anspruch nehmen wird. Drei Monate lang können die Gocher und ihre Besucher dann zeigen, dass sie den Markt zur Begegnung und Kommunikation nutzen wollen. Damit das umso besser gelingt, wird es täglich außer montags Speisen und Getränke und häufig auch Musik geben. Stadtverwaltung und B&H-Group stellten jetzt das Programm vor.

„Jetzt geht‘s endlich los“, freute sich Bürgermeister Ulrich Knickrehm, der das Thema als Ratsmitglied seit Jahrzehnten kennt. Ein autofreier Markt – schadet der dem Handel, weil einige Kunden dann etwas weiter bis in die Vossstraße laufen müssen, oder unterstützt er die Kaufleute sogar, weil einfach mehr Menschen in die Stadt kommen und dabei auch noch Besorgungen in der City erledigen?

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Die Antwort auf diese Frage soll die dauerhafte Entscheidung begründen. Wenn die Befürworter recht haben, wird sich die Gocher Mitte verändern. Sollte der Rat im Herbst entscheiden, dauerhaft keinen Parkraum auf dem Markt mehr haben zu wollen, wird die Fläche umgestaltet. Da zudem der Bereich ums Steintor fußgängerfreundlicher werden soll, ist mit einiger Veränderung in Sachen Innenstadtverkehr zu rechnen.

Wolfgang Jansen, Geschäftsfüher der Gocher Stadtentwicklungsgesellschaft GO!, ist zuversichtlich, ein Format gefunden zu haben, das zu Goch passt. Dennis Heinen und Christian Borgmann als Veranstaltungsprofis haben in den vergangenen Jahren viele Erfahrungen gesammelt: Sie betreiben Test- und Impfzentren so routiniert wie Konzerte, Weinfeste und Tanzveranstaltungen. Das Maifest war ein gelungener Auftakt, weiß Jansen. So soll‘s weitergehen, und wer noch Ideen beisteuern will, wie die zentrale Fläche bespielt werden kann, der soll sich gerne bei der Stadt oder bei B&H melden.

Ab Christi Himmelfahrt, mancher sagt auch „ab Vatertag“, wird die Gastro-Insel täglich außer montags ab zehn Uhr bis in den Abend hinein geöffnet sein. Vier große Container werden im Quadrat zusammengestellt, in zweien kann gesessen werden, aus zwei weiteren werden Getränke und Snacks angeboten. Bei gutem Wetter sitzt man natürlich draußen: einfach auf dem Markt, wohin sich auch die ansässigen Wirte ausdehnen dürfen, oder auf der Dachterrasse der Insel. Dort wird Platz sein für 35 Menschen, die Goch dann mal bei einem Glas Wein, Bier oder Cola aus ganz anderer Perspektive erleben können. Die gesamte Insel wird mit Lichterketten illuminiert.

Kleine und größere Events sind an verschiedenen Terminen geplant: Live-Musik von Mango & Paul gibt‘s an Himmelfahrt, später sind Barbecue-Abende, Tastings, eine Fronleichnamsmesse und sogar ein Klassikkonzert mit der Opernsängerin Maria Klier geplant. Die teilt sich schließlich das Haus am Steintor mit der B&H-Group, die dort ab Pfingsten ein Café und Eventhaus betreiben wird. Dem Vernehmen nach wird es „note“ mit dem „t“ als Viertelnote heißen.

Neben Musik und Gastronomie dürfte eine weitere Besonderheit gut ankommen: Es ist an einige Feierabendmärkte gedacht. Da haben Berufstätige, die den üblichen Wochenmarkt am Dienstag- und Freitagvormittag nicht besuchen können, die Möglichkeit, einmal im Monat donnerstags ab 18 Uhr einzukaufen. Und zwar nicht nur Obst und Gemüse, sondern auch Spezialitäten, die es sonst nicht gibt. „Vielleicht beteiligt sich mal ein Bauernhofcafé oder ein Kunsthandwerker“, stellt sich Wolfgang Jansen vor, mal wird es Wein geben, Info zum Radfahren oder zum Thema Camping. Hauptsache, es bringt Leben auf die Fläche, die auch ohne Autos eben nicht leer sein soll.