Goch: Goch: Rekordjahr für Reisemobilisten

Goch : Goch: Rekordjahr für Reisemobilisten

Im vergangenen Jahr verzeichneten die Mitarbeiter der kom.M, des kommunalen Marketings und der Wirtschaftsförderung, mehr als 16 000 Reisemobil-Gäste auf dem Friedensplatz. 3000 mehr als vor fünf Jahren.

Es ist ein Phänomen. Laut Statistik brachten sie im vergangenen Jahr rund 1,2 Millionen Euro in die Stadt und trotzdem ist ihre Wirtschaftskraft vielen nicht ausreichend bekannt. So sehen das jedenfalls die Mitarbeiter des kommunalen Marketings und der Wirtschaftsförderung der Stadt Goch (kurz: kom.M), die Jahr für Jahr die Zahlen der am Friedensplatz gastierenden Reisemobilisten zusammentragen. "2013 waren es 16 286 Reisemobile, das bedeutet einen absoluten Rekord und ein unglaubliches Jahr für uns", freut sich Torsten Kauling von der kom.M.

Er rechnet weiter vor: "Wenn man davon ausgeht, dass jedes Wohnmobil im Schnitt mit zwei Personen besetzt ist und jeder von ihnen laut Statistik 37 Euro pro Tag in der jeweiligen Stadt lässt, kommt eine beachtliche Summe dabei heraus." Die eingangs erwähnten 1,2 Millionen Euro nämlich. Nur erkennt es aus Sicht der städtischen Touristiker leider niemand, wenn die Gäste ihr Geld in der Stadt lassen, denn die Gäste vom Friedensplatz unterscheiden sich beim Stadtbummel ja durch nichts vom Ferienzimmer- oder Hotelgast. So sind die Reisemobil-Gäste als Wirtschaftsfaktor nur auf den zweiten Blick zu erkennen.

Eines der Argumente für den lang- und somit auch den letztjährigen Erfolg sieht Kauling im Preis-Leistungs-Verhältnis des Platzes: "Die Standgebühr beträgt 4 Euro, ein Kilowatt Strom kostet 50 Cent, zehn Liter Frischwasser gibt es für zehn Cent." Das sei durchaus günstig, wenn man sich in der Region umsehe.

Zum Vergleich: Beim Reisemobilpark Kleve kostet ein Tag 6,50 Euro, Strom 1,50 Euro pro Tag und die Nutzung der Dusche — die es in Goch auf dem Friedensplatz nicht gibt — 1 Euro; beim Klever Stellplatz am Bahnhof kostet Strom wie in Goch 50 Cent pro Kilowattstunde, die Stellgebühr beträgt ebenfalls 4 Euro; in Kevelaer-Twisteden, am Reisemobilhafen Den Heyberg sind 8 Euro pro Tag zu entrichten — einschließlich aller Nebenkosten. Die geringen Preise seien in den letzten Jahren insbesondere für die Gäste aus den Nachbarländern ein Argument gewesen, ihr Reisemobil auf dem Friedensplatz abzustellen, so Kauling. Sechzig Prozent der Gäste kommen aus Deutschland, vierzig Prozent aus Belgien und den Niederlanden.

Die kontinuierlich gestiegenen Benzinpreise hätten hingegen auf die Zahl der Besucher keine Auswirkungen gehabt, lediglich die Entfernung, aus der die Gäste mit ihren häufig recht durstigen Gefährten anreisen, sei gesunken. Im Schnitt seien es zuletzt immer rund 150 Kilometer gewesen, so Kauling. "Wir leben in einer Region, in der andere Urlaub machen", sagt er und ergänzt: "Das ist vielen nicht bewusst." Ein weiterer Pluspunkt des Gocher Stellplatzes sei seine Lage: "Der Friedensplatz liegt ideal zwischen Natur und Innenstadt."

Mit zum letztjährigen Erfolg beigetragen hätten auch nicht zuletzt die Mitglieder des Reisemobilclubs RMC Rhein / Maas Goch. Sie kümmerten sich um die Belange der Besucher und seien die ersten Ansprechpartner vor Ort.

(RP)