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Goch hofft auf Förderung für das neue Jugendzentrum Astra

Jugendarbeit : Gocher „Astra“ bekommt neues Gebäude

Die bestehenden drei Altgebäude an der Pfalzdorfer Straße bleiben erhalten und werden saniert, Richtung Wohngebiet Neu-See-Land ist ein Neubau geplant. Rund zwei Millionen Euro wird das Projekt kosten.

Bislang ist der Zugang zum Gocher Jugendzentrum eher etwas für Eingeweihte. Einen Eindruck von dem, was bisher das „Astra“ ist, bekommt man am ehesten von der Ringstraße aus, die vom neuen Kreisverkehr aus Richtung Bahn führt, um in einigen Jahren die komplette Umfahrung der Innenstadt zu ermöglichen. Derzeit nutzen diese Straße nur wenige Leute, am ehesten diejenigen, de ins Wohngebiet Neu-See-Land wollen. Der Zugang zum Jugendzentrum – zu Fuß oder mit dem Rad – führt immer an der Kita vorbei. Künftig ist die Erschließung ein Stück weiter die Pfalzdorfer Straße hinunter, hinter der alten Wache des einstigen Kasernengebiets wird sowohl der Rad- und Fußweg, als auch die Straße um die Wache herum zum Astra führen. Und das erste Gebäude, auf das die Besucher dann stoßen, wird ein schönes neues sein. Eines, das ab dem kommenden Jahr errichtet wird. Die Gesamtmaßnahme soll rund zwei Millionen Euro kosten.

Viele Jahre lang musste der Gocher Nachwuchs, nachdem sein Jugendheim zum Kindergarten umgebaut worden war,  mit den Altgebäuden der ehemaligen Standortverwaltung vorlieb nehmen.  Ein Trakt ist Büro, Küche und Aufenthaltsraum, die anderen im Viereck stehenden Baukörper beherbergen Nebenräume, die nur teilweise beheizbar sind. Laut Wolfgang Jansen, Geschäftsführer Wirtschaftsbetriebe der Stadt Goch, werden sie saniert, wärmegedämmt und neu zugeschnitten, die Küche wird vergrößert. Wie bisher sollen in dem Bereich Workshops stattfinden, die Modelleisenbahn hat dort ihren Platz und Bands können proben. „Vom Gebäude 1 aus haben die Mitarbeiter das gesamte Zentrum im Blick“, sagt Jansen. Über den Vorplatz zum Neubau hinweg, zur Mehrzweck-Rasenfläche, auf den Innenhof. Hinter einem der Altgebäude ist noch Platz für einen Skateplatz „oder ähnliches“, wie auf dem Plan zu lesen ist. „Das werden wir gemeinsam mit dem pädagogischen Personal entscheiden“, erklärt Hermann-Josef Kleinen, der Leiter des Jugendamtes. Die Mitarbeiter wiederum würden ihre Vorstellungen sicherlich im Dialog mit den Jugendlichen entwickeln, damit das Angebot nicht am Bedarf vorbei geht. Zur Einnerung: Im Astra wird offene Kinder- und Jugendarbeit geboten; von dem, was es dort gibt, sollten sich also eigentlich nicht nur einige, sondern sehr viele Mädchen und Jungen aus der Stadt angesprochen fühlen.

Das Herz der Anlage dürfte der Neubau werden mit seinen hellen multifunktionalen Räumen, die sowohl für die Arbeit mit Kindern, als auch für die Bedürfnisse der Jugendlichen etwas bieten sollen. Ein großer Bewegungsraum hilft, überflüssige Energie loszuwerden, 130 Quadratmeter groß wird die „Kommunikationszone“, in der auch Aufführungen möglich sind. Kreativ- und Rückzugsräume sind wichtig, um auch mal in Ruhe in Kleingruppen arbeiten oder Gespräche mit Einzelnen führen zu können. Ein Geräteraum für Sportgeräte oder Musikinstrumente komplettiert das Raumangebot.

Die formale Leitung des Astra behält übrigens Susanne Hülsmann, die im Rathaus sitzt, vor Ort hat Peter Mantel das Sagen, der von Isabelle Kascholke und dem Azubi Till Nagel unterstützt wird. Seit langem kümmert sich Ralf Scharff um die Modellwerkstatt und um die Technik des Jugendzentrums, Honorarkräfte werden für spezielle Angebote hinzu gebucht – wenn Corona wieder ein Komplettangebot zulässt.

Die Stadt hofft auf Förderung durch das NRW-Heimatministerium. 45 Prozent der Summe für Um- und Ausbau sind zuwendungsfähig, das wären 864.000 Euro. Baubeginn soll in der zweiten Hälfte 2021 sein, nach einem Jahr möchte man die Eröffnung feiern.