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"Goch hilft" eröffnet Beratungscafé an der Steinstraße

Soziales : „Goch hilft“ bietet jetzt auch ein Beratungscafé an

Am Heiligenweg gibt’s Kleidung, Möbel und Hausrat, an der Steinstraße wird zum Kaffee guter Rat erteilt oder einfach mal zugehört. Ein niedrigschwelliges Angebot in der Stadtmitte.

Jahrzehntelang war das Ladenlokal das Reisebüro von Gustav Kräussl, einem durchaus streitbaren Gocher, der die Stadt vor einigen Jahren verließ. Nach längerem Leerstand gibt es jetzt für die Räume an der Steinstraße 24 eine neue Nutzung – streitbar dürften im Bedarfsfall auch die neuen Mieter sein, denn sie sind sozial engagiert, was nicht immer ohne Auseinandersetzung mit öffentlichen Stellen geht. „Goch hilft“ heißt es jetzt in der Kurve neben Haus Huck, entstanden ist ein Beratungscafé, in dem Sascha Ruelfs und seine Helfer von nun an mittwochs bis freitags von 10 bis 13 Uhr Bedürftigen vielfältige Unterstützung anbieten.

Wer immer in Not ist – Ur-Gocher, Zugezogener oder Geflüchteter – soll sich willkommen fühlen an der Adresse mitten in der Stadt. Den Verein „Goch hilft“ gibt es ja schon seit 2015, seit damals kann für einen symbolischen Euro am Heiligenweg 35 - 37 eingekauft werden: Kleidung, Möbel, Hausrat. Die Örtlichkeit wird auch erhalten bleiben, zusätzlich gibt es jetzt das neue Angebot. „Wir glauben, dass die Hemmschwelle, uns anzusprechen, in diesem gemütlichen Café niedriger ist, als zum Heiligenweg zu kommen“, sagt Ruelfs. Und wenn bei einer Tasse Kaffee erst mal ein Vertrauensverhältnis hergestellt ist, fällt es sicher leichter, Hilfe anzunehmen.

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„Wir bieten Rechtsberatung und Schuldnerberatung, beides leisten nach Terminvereinbarung ehrenamtlich Mitarbeiter der Anwaltskanzlei Schlösser & Baumann“, sagt Ruelfs, der Vereinsvorsitzende. Die Sozialarbeiterin Alexandra Vetter bietet ergänzend Sozialberatung, und für erste  Gespräche ist zu den Öffnungszeiten immer jemand da. Demnächst soll für Kinder auch Hausaufgabenhilfe geboten werden, zudem ist Übersetzung in einige Sprachen möglich, wo dies nötig ist.

Darum, dass das Café so gemütlich geworden ist, haben sich unter anderem Franz Douteil, Erich van Kempen sowie Fritz und Maria Lotterjonk verdient gemacht. Sie haben tapeziert und angestrichen, Regale und Garderoben angehängt, Tische und Stühle aufgestellt. Sogar eine Toilette wurde installiert, ein Büro im hinteren Trakt soll folgen. Zur Eröffnung waren einige Gäste geladen, viele andere waren ebenso willkommen.