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Goch: Gaesdonck-Schüler gewinnen Sonderpreis bei Bundesfinale "Jugend gründet"

Bundeswettbewerb „Jugend gründet“ : Sonderpreis für Gocher bei „Jugend gründet“

Jan Jürgens und Benedikt Albertsen vom Gymnasium Gaesdonck überzeugen beim Bundesfinale des Wettbewerbs mit ihrer virtuellen Geschäftsidee „Royal Backpack“. Dafür dürfen die beiden Schüler nun exklusiv hinter die Kulissen einer Textilfirma blicken.

Sie glauben an eine globalisierte Welt, in der Konsumprodukte dafür sorgen, dass Armut in den Herstellungsländern bekämpft, in Bildung investiert und die dortige Umwelt geschützt wird. Mit dieser Vision vor Augen haben die beiden Gaesdonck-Gymnasiasten Jan Jürgens und Benedikt Albertsen für den Wettbewerb „Jugend gründet“ einen Businessplan erarbeitet.

Dafür wurden sie nun beim Bundesfinale 2020 für ihre Geschäftsidee mit dem Klingel-Sonderpreis „Innovation in Textil“ ausgezeichnet. Mit ihrem Businessplan gehörten sie zu den besten von 4117 Teilnehmern, die im Wettbewerbsjahr 783 Geschäftsideen eingereicht hatten. Das Bundesfinale wurde in der vergangenen Woche als Zukunftsgründermesse ausgetragen, zum ersten Mal in der 17-jährigen Geschichte des Wettbewerbs rein virtuell.

Rund 4000 Schüler und Auszubildende waren für den Wettbewerb ein Jahr lang in die Rolle von Start-up-Gründern geschlüpft, hatten innovative Geschäftsideen entwickelt und Businesspläne dafür erstellt. Im zweiten Schulhalbjahr erlebten sie mit ihren virtuellen Unternehmen die Höhen und Tiefen der Konjunktur und versuchten mit strategischen Entscheidungen, ihr Unternehmen möglichst nachhaltig zum Erfolg zu führen. „Alle Ideen haben den Wunsch, gemeinsam unsere Zukunft zu gestalten, mit den Potenzialen und Möglichkeiten, die uns gegeben sind, aber auch mit dem Anspruch an uns als Gesellschaft, eine Welt zu hinterlassen, die lebenswert bleibt“, lobte Projektleiterin Franziska Metzbaur die Finalisten bei der Siegerehrung. Und sie appellierte: „Nutzt die Chancen, die euch gegeben werden und überlegt, wie eure Zukunft aussehen soll.

Das Gocher Schülerteam hat seine Chance derweil genutzt: Als „fair enough UG (haftungsbeschränkt)“ entwickelten Jan Jürgens und Benedikt Albertsen die Geschäftsidee „Royal Backpack“, die Idee für ein Upcycling von Textilabfällen: Aus Abfällen der Textilindustrie in Kambodscha sollen dort Rucksäcke klimaneutral gefertigt werden. „Der Royal Backpack Recycling-Rucksack aus Stoffresten ist eine überzeugende Geschäftsidee mit vielen Aspekten nachhaltigen Umgangs mit der Umwelt und zeugt von ernsthafter Auseinandersetzung mit Themen globaler Gerechtigkeit. Auch ökonomisch ist der Businessplan vielversprechend“, erklärte Christian Hellmund, Senior Vice President Sourcing and Procurement der Klingel-Gruppe, in seiner Laudatio zur Verkündung des Sonderpreises.

Als ausgezeichneter Ausbildungsbetrieb mit über 2200 Mitarbeitern und Sitz in Pforzheim fördert die Klingel-Gruppe traditionell den kreativen Nachwuchs der Textilbranche. So wurde der Sonderpreis in diesem Jahr bereits zum dritten Mal verliehen. Als Preis erwartet die Gewinner ein exklusiver Einblick ins Klingel-Tochterunternehmen „Impressionen“, das in den Bereichen Fashion, Living und Lifestyle in Hamburg tätig ist. Dort haben die beiden Schüler nun einen Tag lang die Möglichkeit, sich mit dem Produktmanagement auszutauschen, die Entstehung eines Rucksacks oder einer Tasche kennenzulernen, und zu erfahren, was es von der Kreation bis zur Lieferung für Schritte zu bewältigen gibt.

Den Hauptpreis des diesjährigen Wettbewerbs „Jugend gründet“ gewann das Team „KomPot GmbH“ vom Canisius Kolleg Berlin. Daneben hatten sich Schülerteams aus Hessen, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Bayern und Schleswig-Holstein für das Bundesfinale qualifiziert.