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Goch: Bischof aus Ghana besucht Gaesdonck

Kirche : Bischof aus Ghana besucht Gaesdonck

Schüler diskutieren mit dem Geistlichen aus Afrika über das Zusammenleben von Christen, Muslimen und Naturreligionen und den interreligiösen Dialog.

„Ubuntu - Ich bin, weil wir sind“, mit diesem Ausdruck, der seinen Ursprung in Südafrika hat, beschreibt Bischof Richard Baawobr aus dem Bistum Wa im Norden Ghanas den Kern des interreligiösen Dialogs, als er Schülern des Collegium Augustinianum Gaesdonck in Goch von der zentralen Herausforderung des friedlichen Zusammenlebens von Christen, Muslimen und Naturreligionen in seiner Heimat erzählt. Bischof Richard ist im Rahmen des Weltmissionsmonats des katholischen Hilfswerks missio im Bistum Münster – dem Partnerbistum von Wa – zu Gast. Der Weltmissionsmonat steht in diesem Jahr unter dem Leitwort „Lasst uns nicht müde werden, das Gute zu tun. (Gal 6,9)“, zentraler Inhalt ist der interreligiöse Dialog.

Empfangen wird der Gast aus Ghana am Morgen von Direktor Markus Oberdörster, Schulleiterin Sabine Schleede-Schmalz, Oberstufenschülerin Carolin Noak und Oberstufenschüler Réné Heinze. „Wir freuen uns, dass wir Bischof Richard unsere Schule zeigen können“, betont Oberdörster.

Der Rundgang führt den Bischof durch die verschiedenen Schulgebäude und über das Außengelände. Das Zusammenspiel von moderner Lehre und tief verwurzelter Tradition und klösterlicher Vergangenheit wird besonders bei Eintritt vom modernen Schulgebäude in die Klosterkirche deutlich.

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Die Unterschiede von Schule in Ghana und einem Internat wie der Gaesdonck werden Schüler während der Unterrichtsstunde deutlich, in der Bischof Richard einen Einblick in seine Arbeit gibt. „Einige Schüler bei uns haben noch nie einen Computer bedient“, berichtet er. Gründe seien der hohe Preis für die Geräte als auch die Tatsache, dass es keine gesicherte Stromversorgung gebe. „Ich selbst habe in meinem Haus erst seit dem 28. Dezember 2020 einen Stromanschluss. Zuvor hatte ich ein Solaraggregat – das war aber leider nicht stark genug, um damit einen Computer zu betreiben“, erzählt der Gast aus Ghana.

Auch die Corona-Pandemie habe Auswirkungen auf den Schulbetrieb: „Viele Mädchen sind, nachdem die Schulen wieder geöffnet hatten, nicht zurückgekehrt. Das Bild in der Gesellschaft ist noch immer häufig das, dass bei Mädchen der Fokus nicht auf eine umfangreiche schulische Bildung gelegt wird. Aber es wird langsam besser.“

In der Kirche Ghanas spielten die Frauen eine unverzichtbare Rolle. „Vieles könnten wir nicht machen, wenn die Frauen sich nicht so stark engagieren würden“, stellt Bischof Richard heraus.

Die Schüler interessiert zudem das Zusammenleben der unterschiedlichen Religionen, für das sich der Gast aus Ghana einsetzt. „Die meisten Muslime sind offen, und man lebt friedlich zusammen“, sagt er. Aber, und das verschweigt er nicht, es gebe auch solche, die nicht an einem Zusammenleben und einem Dialog interessiert seien.

Bei einer Frage zur Feier der Gottesdienste im Vergleich Ghana und Deutschland muss Bischof Richard schmunzeln. „Wenn man in Deutschland nach 45 Minuten in der Regel schon fertig ist mit dem Gottesdienst, sind wir in Ghana nach der Zeit erst bei der Predigt“, sagt er und lacht.

(RP)