Gedenkveranstaltung Befreiungsfeuer in Hommersum an Freunde übergeben

Goch-Hommersum · 80 Kilometer im Laufschritt, hier und da eine Pause mit kurzen Gesten der Freundschaft: Der Bevrijdingsdag wird nun grenzüberschreitend begangen.

 Hans Teunissen, Bürgermeister von Gennep, und Gochs Vizebürgermeisterin Katharina Pleines  mit den Läufern an der Feuerstelle.

Hans Teunissen, Bürgermeister von Gennep, und Gochs Vizebürgermeisterin Katharina Pleines  mit den Läufern an der Feuerstelle.

Foto: Klaus-Dieter Stade (kds)/Klaus-Dieter Stade

Seit dem Kriegsende begehen die Niederländer den 5. Mai als Tag der Befreiung von den deutschen Besatzern. Der „Bevrijdingsdag“ ist ein gesetzlicher Feiertag, der inzwischen auch der Völkerverständigung dient. Erstmals kamen nun Niederländer mit einem „Befreiungsfeuer“ bei Hommersum über die Grenze, um mit ihren deutschen Nachbarn gemeinsam zu feiern. Genneps Bürgermeister Hans Teunissen und die stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Goch, Katharina Pleines, waren gemeinsam  mit Vertretern der Vereine und Kindergartenkindern aus Hommersum dabei. Die Kleinen schwenkten niederländische und deutsche Flaggen, was auch erheblich größere Menschen taten.

Aus Wageningen war nämlich eine Gruppe Läufer nach Hommersum gekommen, die auf ihrer 80-Kilometer-Tour mal diesseits, mal jeneits der Grenze Station machten. Ziel war nach einem lange kräftezehrenden Run die Kriegsgräberstätte in Weeze. Schon in der Nacht waren die Sportler losgelaufen, wer eine Pause brauchte, fuhr ein Stück mit dem Bus und setzte den Lauf dann später fort. Einige schafften das ganze Stück von Wageningen bis Weeze. Das Feuer allerdings wurde in einer Sturmlampe an einem Fahrradlenker transportiert – sicherheitshalber. Erst kurz vor den Etappenzielen steckten die Läufer dann ihre Fackeln in Brand. In Hommersum führten sie sie in einer Feuerschale zusammen.

Erst zum zweiten Mal wurde das Befreiungsfeuer aus Wageningen über die Grenze gebracht, erstmals lag nun Goch auf der Strecke. Vizebürgermeisterin Katharina Pleines  erinnerte daran, dass es schön sei, in einem offenen Europa zu leben;  seit 30 Jahren gibt es im Bereich von Goch keine Schlagbäume mehr. Die Gräueltaten der Nationalsozialisten und den Angriffskrieg auf die Niederlande dürften die deutschen Nachbarn nie vergessen. Gemeinsam zu gedenken, sei der richtige Weg; „ich danke Ihnen, dass Sie uns inzwischen einbeziehen“, sagte die stellvertretende Bürgermeisterin. Dies sei ein wertvoller Freundschaftsbeweis, der von Vertrauen zeuge und den Weg in die Zukunft weise. Bürgermeister Teunissen verlas ein passendes Gedicht, dann war noch Zeit für eine Tasse Kaffee auf der Terrasse der Gaststätte Evers. Nach kurzer Pause setzte das Running-Team seinen Weg aber schon fort Richtung Bergen und schließlich Weeze.

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