Goch: Achtjähriger stirbt nach Sturz in Beet beim Versteckspielen

Tödlicher Unfall in Goch: Achtjähriger springt beim Versteckspielen in Strauch und stirbt

Ein acht Jahre alter Junge ist nach einem Unfall beim Versteckspielen in Goch gestorben. Das Kind war in ein Sträucherbeet gesprungen und hatte sich dort schwer verletzt.

In Goch sorgt ein tragischer Unfall für Fassungslosigkeit: Beim Versteckspielen hat sich am Mittwochabend in Goch-Pfalzdorf ein Achtjähriger so schwer verletzt, dass er später im Krankenhaus starb.

Wie die Polizei mitteilt, hatten zwei achtjährige Jungen gegen 19 Uhr im Bereich des Pfälzerheims an der Kirchstraße gespielt. Dabei sprang oder fiel offenbar einer von ihnen in einen Strauch mit abgeknickten Ästen. Er zog sich eine schwere Verletzung am Oberschenkel zu, die auch auf eine Schnittverletzung durch dort liegende Scherben zurückzuführen sein könnte.

Nach Angaben von Polizeisprecher Ingo Schankweiler wird das Kind obduziert, um die Todesursache eindeutig feststellen zu können. In den Beinen verlaufen Arterien, die viel Blut führen. Verletzungen führen deshalb oft zu starkem Blutverlust. Abgesehen von dem anderen Kind gab es aber keine Zeugen, der genaue Hergang der Katastrophe lässt sich deshalb nicht genau nachvollziehen.

Der Achtjährige, der seinen Spielkameraden in dem Pflanzbeet entdeckte, erkannte den Ernst der Lage und rannte nach Hause, um Hilfe zu holen. Ein herbeigerufener Notarztwagen brachte den Jungen zwar noch ins Klever Krankenhaus, dort verschlechterte sich sein Zustand jedoch so sehr, dass das Kind kurz darauf starb.

Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen zur Unfallursache aufgenommen. Die Familie wird durch Angehörige und den polizeilichen Opferschutz betreut. Die Eltern des Achtjährigen leben ganz in der Nähe des Gemeindezentrums, das bis 1970 Grundschule war und dann von der Stadt Goch an die evangelische Kirchengemeinde verkauft wurde. Vor dem Gebäude hat der Pfälzerbund einen großen Findling und eine Stele aufgestellt. Beides erinnert daran, wie die Pfälzer Mitte des 18. Jahrhunderts nach Pfalzdorf und in benachbarte Dörfer kamen, um das unwirtliche Land urbar zu machen und sich eine neue Heimat zu schaffen. Drinnen im Pfälzerheim treffen sich kirchliche Gruppen, hat die Bücherei ihren Platz, übt der Kirchenchor und trifft sich die Jugend. Im Garten hinten gibt’s einen Spielplatz.

Der evangelische Pfarrer, der früher mit seiner Familie nebenan im Pfarrhaus wohnt, war beim Anruf der Rheinischen Post zutiefst erschüttert. Er kannte den verunglückten Jungen gut, hat ihn getauft. Er bittet alle Menschen, die Familie jetzt nicht allein zu lassen. „Wen ein solcher Schicksalsschlag ereilt, der neigt häufig dazu, sich völlig zurück zu ziehen. Da ist es wichtig, nicht wegzuschauen, sondern da zu sein.“

Auch in der Grundschule des Ortes war das Entsetzen groß. Die Schulleiterin machte keine Angaben dazu, wie mit der Klasse, die der Achtjährige besuchte, nun umgegangen werde. „Da gibt es klare Anweisungen, wie man als Schule vorzugehen hat. Ich werde die Situation im Blick behalten“, versprach die Rektorin.