Gesundheitsminister Laumann bei der Senioren-Union des Kreises in Uedem

Keppeln : Minister Laumann spricht mit Senioren-Union

Kein leichter Job in Düsseldorf. Aber Laumann ist ja auch Arbeitsminister und kann sich über gute Beschäftgungslage freuen.

Das Leben auf dem Land kennt der Münsterländer gut, er wohnt in einer 6000-Seelen-Gemeinde. So gesehen müsste er nicht einmal Gesundheitsminister sein, um über mindestens ein unter den Nägeln brennendes Thema mit den Keppelnern, Appeldornern oder Hassumern sprechen zu können. Karl-Josef Laumann (CDU), Landesminister für Arbeit, Gesundheit und Soziales, war auf Einladung der Senioren-Union in die Dorfscheune Keppeln gekommen, um über die Arbeit im Landtag und insbesondere um die Entwicklung beim Thema Landarzt-Mangel zu sprechen. Stau auf der Autobahn führte zu größerer Verspätung – eine gute Gelegenheit, vorab mit den wartenden Gästen zu sprechen.

Zum Beispiel mit Anita van Elsbergen, vor einigen Jahren selbst Vorsitzende der Senioren-Union beim Kreis und davor lange Jahre bei der Frauen-Union aktiv. „Ich finde, dass ganz generell die ländliche Region zu wenig Aufmerksamkeit erfährt. Den jungen Leuten – nicht nur den Ärzten – müsste gezeigt werden, dass man hier sehr gut leben und auch Geld verdienen kann. Dass einzelne Kommunen oder der Kreis aktiv werden, um Mediziner zu locken, findet sie gut, aber eigentlich sei das doch Sache des Landes. Minister Laumann berichtete zu diesem Punkt wenig später (vor wenigen Wochen referierte er schon in Gaesdonck), dass in Bielefeld und Witten/Herdecke hunderte Studienplätze für angehende Landärzte geschaffen worden seien. „Aber es wird natürlich noch ein paar Jahre dauern, bis die den ländlichen Gebieten zur Verfügung stehen“, merkte die Kreis Klever Landtagsabgeordnete Margret Voßeler-Deppe an.

Walburga Kamps aus Kevelaer tauschte sich mit ihren Tischnachbarn aus Goch und Uedem über die Situation der Krankenhauslandschaft aus. Wo es welche Spezialisierungen gebe, welches Hospital deshalb auf Sicht bestehen bleiben dürfte und welches wohl eher nicht. Einig waren sich die Teilnehmer an der Runde, dass es gut wäre, wenn qualifizierte Hilfe immer ganz schnell bei der Hand wäre. Aber das koste eben zu viel Geld. Und Heinz van Baal (Goch), als Nachfolger von Franz Schooltink (Kalkar) Vorsitzender der Kreis-Senioren-Union, räumte ein, dass es in der Region ja schon eine ziemlich große Dichte an Krankenhäusern gebe und Patienten immer nach hoher Qualität fragten. Erst in den letzten Tagen war das Thema „Fallzahlen“ in der Öffentlichkeit Thema: Welche Klinik darf welche hochspezialisierten OPs durchführen, weil sie eben über genügend Erfahrung verfügt ...

Parteifreundinnen tauschten sich darüber aus, wie gut es doch gewesen sei, als man noch Gemeindeschwestern oder Dorfhelferinnen hatte. Die nciht nur Verbände wickeln und Spritzen setzen konnten (und damit Ärzte entlasteten, sondern auch noch Zeit für ein Schwätzchen mitbrachten. Denn die heutigen Pflegedienste, von den Bürgern über die Pflegekassen bezahlt, rechneten ihre Arbeit nach Minuten ab. Das sei für viele allein Lebende nicht genug – eine schlimme Entwicklung, finden viele.

Stehender Applaus, als der Minister kam und sich sicherheitshalber nicht auf die Bühne, sondern vor seine Zuhörer stellte. Hans-Wilfried Görden von den Kalkarer Senioren hatte vorab betont, dass Laumann einen wirklich harten Job habe mit  schwierigen Themen. „Aber es gibt auch einiges zu freuen“, befand der Gast. Er sei schließlich auch Arbeitsminister und freue sich daran, dass in vielen Gegenden heute nahezu Vollbeschäftigung herrsche.