„Gesundheitsexperten“ von Katholischen Karl-Leisner-Klinikum und Rheinischer Post diskutierten mit Publikum

Die Gesundheitsexperten in Goch : Schrittmacher für die Speiseröhre

Die „Gesundheitsexperten“ von Katholischen Karl-Leisner-Klinikum und Rheinischer Post diskutierten im Wilhelm-Anton-Hospital über Erkrankungen der Speiseröhre und wie man sie behandelt.

Alles, was man gemeinhin mit „Genießen“ verbindet, muss durch sie hindurch: Der Rotwein aus Bordeaux, das leichte Soufflee, das lebensnotwendige Wasser ebenso wie der kräftige Happen, an dem man sich so gerne verschluckt, der scharfe Schnaps: Die Speiseröhre ist Kummer gewohnt – und den nimmt sie nicht immer so gelassen, wie man es gerne hätte. Jeder zweite leidet an Sodbrennen, an Aufstoßen – meist nach einem all zu guten Essen, nach übermäßigen Alkoholkonsum. Das ist unangenehm, aber noch nicht furchterregend.

Erst, wenn die Probleme zum Dauerzustand werden und vor allem, wenn sie die Lebensqualität beeinträchtigen, dann sollte der Weg sehr bald zum Arzt führen. Da sind sich die Gesundheitsexperten des Katholischen-Karl-Leisner-Klinikums einig. Denn „Die Gesundheitsexperten“ der gleichnamigen Reihe von Karl-Leisner-Klinikum und Rheinische Post stand ganz im Zeichen der Speiseröhre: Frank P. Müller, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Visceral-, Endokrine und Onkologische Chirurgie, Ufuk Gündug, Chefarzt der Klinik für Allgemeine Innere Medizin, Diabetologie, Hypertensiologie und Infektiologie, und nicht zuletzt der ärztliche Direktor des Klinikums, Prof. Volker Runde, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin, Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin.

Ein Thema, das so viele Besucher lockte, dass alle Stühle im Saal des Wilhelm-Anton-Hospital in Goch besetzt waren und der Abend nach den Vorträgen in eine rege Diskussion mündete. Müller gab den Besuchern am Ende eine Faustregel mit nach Hause: „Wenn sich etwas dauerhaft ändert, dann muss man aktiv werden und sich untersuchen lassen“. Und das „Untersuchen-lassen“ beginnt mit dem Besuch beim Hausarzt. Hat der einen Verdacht, dass es Probleme mit der Speiseröhre gibt, dann müssen weitere Untersuchungen folgen. Erst nach eine Reihe von Untersuchungen dürfe man eine Operation in Betracht ziehen, mahnte Müller.

Den Abend eröffnet hatte Ufuk Gündug. Er berichtete, dass jeder fünfte an einer Refluxkrankheit leidet, bei der säurehaltiger Mageninhalt zurück in die Speiseröhre fließt und zu Sodbrennen und starken Schmerzen hinterm Brustbein führt. Ursache kann eine Erschlaffung des Schließmuskels sein, der die Speiseröhre vom Magen trennt, es kann auch stressbedingt sein, vom übermäßigen Koffeingenuss, von Nikotin oder Alkohol herrühren, es kann ein Zwerchfelldurchbruch vorliegen. Man sollte die Symptome, wenn sie regelmäßig auftreten und die Lebensqualität beeinträchtigen, ernst nehmen, sagen die Ärzte. Denn daraus kann sich Speiseröhrenkrebs entwickeln, der in Deutschland zwar selten ist, aber in der Regel viel zu spät entdeckt wird.

Müller mahnte in seinem Vortrag, dass erst nach einer medikamentösen Behandlung der Chirurg zum Skalpell greifen sollte. Wie der Chirurg beispielsweise einen „undichten“ Übergang von Speiseröhre in den Magen operiert, zeigte Müller in eindrucksvollen Bildern. Inzwischen werden, so der Arzt, auch Magnetbänder getestet ebenso wie Schrittmacher, um die Schließmuskel zu stimulieren. Bei frühzeitiger Diagnose habe auch der Speiseröhrenkrebs eine gute Prognose. Leider würde dieser Krebs aber eben oft viel zu spät entdeckt, so der Chirurg

Ist dann doch Krebs diagnostiziert, tritt der Onkologe auf den Plan: Prof Runde berichtete von den Erfolgen der Behandlung und dass man stolz sei, regionales onkologisches Zentrum zu sein, von denen es in Deutschland nur 62 gebe. In Goch sei man sei auf dem Weg, auch ein Darmkrebszentrum zu gründen.

Ufuk Gündug, Prof. Volker Runde und Frank P. Müller sind die Gesundheitsexperten. Foto: Evers, Gottfried (eve)

Auch beim Speiseröhrenkrebs setzt Runde auf zielgerichtete Therapien, mit Strahlentherapie ebenso wie auf eine Therapie, die das Immunsystem anheize. Und gute Aussichten habe, das Leben verlängern zu können. Deutlich wurde bei Vorträgen und Fragerunde: Die Patienten der Region haben durch hochspezialisierte Fachabteilungen, interdisziplinäre Zusammenarbeit und kurze Wege im Katholischen Karl-Leisner-Klinikum die bestmöglichen Behandlungsmöglichkeiten – direkt vor ihrer Haustür.