Gesine Lersch-van der Grinten hat das "Goch Memory" entworfen

Goch : Spielerisch die Stadt Goch kennenlernen

Die Künstlerin Gesine Lersch-van der Grinten hat das Gesellschaftsspiel „Goch Memory“ entworfen. Auf den Karten befinden sich Bilder bekannter Gebäude der Stadt. Die Projektidee kam ihr während der Arbeit mit Flüchtlingen.

Die Stadt Goch, daran lässt die Opernsängerin Gesine Lersch-van der Grinten keinerlei Zweifel aufkommen, ist eine mit wunderschönen Ecken. „Goch hat viele stimmungsvolle Orte. Man muss nur wissen, wo sich diese befinden“, sagt sie. Damit Einheimische wie Auswärtige diese künftig noch zielsicherer aufsuchen können, hat Lersch-van der Grinten ein Memory der Stadt entworfen. 36 unterschiedliche Karten umfasst das Spiel. Die Motive auf den Karten wurden von der Sängerin selbst fotografiert und ausgewählt. „In dieses Projekt habe ich viel Herzblut investiert“, sagt sie im Zuge der Vorstellung des Gesellschaftsspiels in der Buchhandlung „Am Markt“, dem Gocher Service-Punkt der Rheinischen Post.

Die Idee sei ihr während der ehrenamtlichen Arbeit mit Flüchtlingen gekommen. „Um ins Gespräch zu kommen, haben wir damals ein „Deutschland-Memory“ gespielt. Das aber war schrecklich. Niemand hatte wirklich Lust, damit zu spielen“, sagt Lersch-van der Grinten. Stattdessen habe sie ein „sinnliches“ Spiel entwerfen wollen, das sofort begeistert. „Bei einem Memory-Spiel müssen Kindheitserinnerungen wachwerden“, sagt sie. So wandte sich Lersch-van der Grinten an den Pagina-Verlag. Der signalisierte sofort Interesse. „Die Idee hat uns begeistert. Frau Lersch-van der Grinten ist bei dem Projekt unglaublich kreativ gewesen“, sagt Geschäftsführer Franz Engelen.

Über Monate hinweg suchte die Sängerin in der Weberstadt nach geeigneten Motiven – und wurde fündig. So finden sich auf den Memory-Karten Fotos des Steintors, der hiesigen Kirchen oder des Goli-Theaters. Abgerundet wurde die Auswahl von architektonischen Besonderheiten: So lichtete die Künstlerin die Waage der Justitia im Eingangsbereich einer Gocher Anwaltskanzlei ab. Gleiches gilt für eine „charaktervolle Litfaßsäule“ oder malerische Pflanzenbeete. Ihr Lieblingsbild aber hat Lersch-van der Grinten in der Frauenstraße aufgenommen. Dort stand vor einer Hausfassade eine Vespa geparkt. Die Opernsängerin erklärt: „Es sieht auf dem Bild aus, als wäre man in Italien.“ Die Künstlerin hat den Anspruch, mit den Fotos eine Verbindung zur Stadtgeschichte herzustellen. Die Menschen sollen ihr zu Folge dazu angeregt werden, mit offenen Augen durch die Stadt zu flanieren und die abgebildeten Orte gar aufzuspüren. Sogar die Verpackung wurde von Lersch-van der Grinten aufwendig selbst gestaltet, auf dieser befindet sich eine Auswahl der verwendeten Bilder. Große Mühe investierte sie auch in die Umgestaltung des Stadtwappens. Das eigentlich rot-blau-gelbe Wappen zeichnete sie ab und tauchte es in grüne Farbmuster. „So gefällt es mir sehr viel besser“, erklärt sie.

Ab sofort befindet sich das Werk im Handel (siehe Infokasten). „Wir werden nun erst einmal beobachten, ob es für ein solches Memory einen Markt gibt“, sagt Lersch-van der Grinten. Annette Hagen, Inhaberin der Buchhandlung „Am Markt“, aber ist sich dessen sicher: „Das wird ohne jede Zweifel angenommen.“ Schließlich spreche man mit dem Spiel eine große Zielgruppe an: auf der einen Seite Kindergartenkinder und Grundschüler, auf der anderen Seite insbesondere auch Senioren. Weitere Episoden des Memorys seien denkbar, wenn die Resonanz positiv sei. „Ich habe wahnsinnig viele Bilder gemacht und es war die größte Herausforderung, zu selektieren, welche Fotos für das Spiel verwendet werden sollen. Dabei musste ich schwere Entscheidungen treffen“, sagt Lersch-van der Grinten.

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