Goch: Gesamtschule bereit zur zweiten Runde

Goch : Gesamtschule bereit zur zweiten Runde

Die Anmeldephase an der Gesamtschule Kevelaer-Weeze wurde verlängert. Auch "Abgelehnte" aus Nachbarstädten sollen eine Chance bekommen, aufgenommen zu werden. Rektor Cuypers rechnet wieder mit acht Zügen.

/ kevelaer / weeze Wer in Kevelaer nicht aufs Gymnasium will oder kann, hat kaum eine andere Chance, als sich an der im vergangenen Jahr neu gegründeten Gesamtschule Kevelaer-Weeze anzumelden. Haupt- und Realschule der Marienstadt laufen bekanntlich aus und nehmen keine Schüler mehr in die unteren Klassen auf. So ist es allenfalls denkbar, sich um Aufnahme an einer Gocher oder Gelderner Schule zu bemühen. Und das haben auch einige Eltern für ihre Kinder versucht - nicht immer mit Erfolg. Deshalb hat Michael Cuypers, der Leiter der Kevelaerer Gesamtschule, die Erlaubnis der Bezirksregierung, auch noch in den kommenden Wochen Kinder aufzunehmen. Schon jetzt ist er überzeugt, dass die neuen Fünfer in ähnlich großer Anzahl an den Start gehen werden wie im Vorjahr. Bisher haben sich etwa 185 angemeldet.

"Weil wir 16 Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf aufnehmen, können wir die Klassenstärke auf je 27 begrenzen", erklärt Cuypers. Allerdings werden die behinderten Kinder (vorrangig Lernbehinderte) nicht zu je zweien auf sämtliche Klassen verteilt, sondern in zwei integrative Klassen zusammengefasst. Lediglich einige Kinder mit emotional-sozialen Problemen werden in die übrigen Klassen integriert. Eltern nicht-behinderter Kinder können übrigens keinen Einfluss darauf nehmen, in welche Klasse ihr Kind kommt. Für das geeignete Gleichgewicht innerhalb der Lerngruppen sorgt die Schulleitung.

Während Haupt- und Realschulen, wo es sie noch gibt, und die Gymnasien erst nach Karneval ihre Anmeldetermne haben, war die Anmeldephase der Gesamtschulen und der bischöflichen Schulen vorgezogen. "Deshalb haben sich bei uns auch eine Reihe Schüler, die eine Ablehnung von der Gesamtschule Mittelkreis in Goch oder von der Liebfrauenschule in Geldern haben, gemeldet", erklärt Cuypers. Er nimmt sie auf, so lange die acht parallelen fünften Klassen nicht voll sind. Mehr als acht mal 27 Kinder dürfen es aber nicht werden.

Dem Kevelaerer Schulleiter ist klar, dass sich bei ihm im zweiten Anlauf vorwiegend Kinder melden, die andere Schulen "nicht haben wollten". Dazu Cuypers: "Das thematisiere ich aber gar nicht, ich spreche darüber auch nicht mit den anderen Schulleitern." Das Aufnahmeteam führe mit jedem Jungen und jedem Mädchen ein Gespräch, in dem es nicht nur um schulische Leistungen gehe, sondern auch um Hobbys oder Temperament. Auch diejenigen, deren Eltern bisher überhaupt nicht daran dachten, dass ein Kind zur weiterführenden Schule angemeldet werden muss, brauchen nicht zu fürchten, vergessen zu werden. Alle Kevelaerer und Weezer Entlass-Grundschüler können sicher sein, an der Gesamtschule einen Platz zu bekommen. Und wenn einige Plätze frei bleiben, werden Kinder aus den Nachbarkommunen berücksichtigt. An der seit Jahren sehr beliebten Gocher Gesamtschule ist das anders: Da kann die Schulleitung einen Großteil der (meist schwächeren) Schüler ablehnen, denn dort gibt es noch Haupt- und Realschule ohne Auflösungsbeschluss.

Im zweiten Jahr ihres Bestehens wird die neue Schule damit mehr als 400 Schüler haben. Jeweils zwei Klassen jeden Jahrgangs werden am Zweitstandort Weeze unterrichtet. Das Lehrerkollegium wächst entsprechend - auch um sonderpädagogische Fachkräfte.

(RP)
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