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Goch: Gaesdoncks Alternative zum G 8-Abitur

Goch : Gaesdoncks Alternative zum G 8-Abitur

Viele Schüler, Eltern und Lehrer klagen über G 8, den schnelleren Weg zur Hochschulreife. Aber nur wenige Schulen wagten die Teilnahme am Versuch "G 9 neu". Das bischöfliche Gymnasium Gaesdonck macht damit gute Erfahrungen.

Die heutige Schulleiterin traut sich den Vergleich zu, denn einige Jahre lernten auch Gesdoncker Schüler nach "G 8". Doch als das Ministerium den Versuch startete, Schulen für die Idee "G 9 neu" zu gewinnen, bewarb sich das Collegium Augustinianum. Die bischöfliche Schule an der Grenze von Goch zu Weeze bekam den Zuschlag - und ist darüber sehr froh. "Dadurch können unsere Schüler die umfangreichen Angebote, die wir ihnen machen, viel besser nutzen. Denn sie haben deutlich mehr Zeit als diejenigen, die auf kürzerem Weg das Abitur erreichen sollen", sagt Doris Mann.

Die neue Leitung der Gaesdonck mit Peter Broeders als Direktor und Doris Mann als erster weiblichen Schulleiterin sowie Internatsleiter Peter Kisters ist stolz darauf, den Familien in der Region und von außerhalb (Gaesdonck ist ja auch Internat) dieses Angebot machen zu können. Broeders, der früher das niederländische Bistum 's-Hertogenbosch kaufmännisch und als Personalchef leitete und zudem Diakon ist, schätzt G 9 nicht nur, weil weniger Eile für den Unterrichtsstoff nötig ist. "Ich denke vor allem daran, dass zu guter Bildung viele andere Kompetenzen gehören, die junge Leute eines Tages befähigen, Verantwortung in der Gesellschaft zu übernehmen - im Beruf, in der Familie, in der Kirche."

 Schulleiterin Doris Mann und Direktor Peter Broeders sind überzeugt davon, dass ihren Schülern G 9 gut bekommt.
Schulleiterin Doris Mann und Direktor Peter Broeders sind überzeugt davon, dass ihren Schülern G 9 gut bekommt. Foto: Gerhard seybert
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Denn Gaesdonck bietet neben dem normalen Fächerkanon eines Gymnasiums ein ganzes Heft voller Zusatzangebote. Unter dem Motto "Carpe Diem" ("Nutze den Tag") können die Schüler nachmittags von Gospelchor über Video-AG bis zur Business School Dutzende Seminare belegen. Zusätzliche Fremdsprachen, zahlreiche Sportarten inklusive Reiten, Schwimmen oder Tennis, die eigene Kunst- oder Musikschule besuchen, Theater spielen - alles machbar. Und das kostet Zeit, die im System "G 8" kaum zur Verfügung steht. Geld übrigens auch, das soll nicht verhohlen werden. "Und es ist auch so, dass wir all diese Dinge nur bieten können, weil wir auch Internat sind", gibt Broeders zu. Auch für die Schulform "Tagesinternat" müssen die Eltern ordentlich in die Tasche greifen. "Dafür ist das Kind dann aber am Abend auch von allen schulischen Pflichten entbunden", gibt Doris Mann zu bedenken.

Für berufstätige Eltern ebenfalls attraktiv: Es gibt gesundes Essen aus der schuleigenen Küche und ganztags pädagogische Betreuung. Wer die bischöfliche Schule "extern" besucht - die Nachfrage ist weit größer als Plätze vorhanden sind - muss für die Extra-Kurse zahlen. Oder darf mittags um 13.20 Uhr mit dem Bus nach Hause fahren. Alle 14 Tage ist an Gaesdonck samstags Unterricht. Das und die Entzerrung des Pflichtprogramm auf neun Schuljahre machen es möglich, auf Nachmittagsunterricht zu verzichten. Nur für die Oberstufenschüler ist Ganztag obligatorisch. Wer soviel Zeit in der Schule verbringt, lernt Gemeinschaft kennen. Gute Freundschaften entstehen, und viele junge Leute kommen auch nach dem Abitur immer mal wieder gerne zu Besuch. Dass sie ein Jahr älter sind als ihre "G 8"-Kollegen, spielt nach wenigen Jahren keine Rolle mehr, sagt Doris Mann. Und Broeders, in dessen Heimatland schon immer nur acht Gymnasialjahre üblich sind, glaubt nicht, dass dieses Thema für den internationalen Arbeitsmarkt relevant sei. Die Auslandsaufenthalte oder sprachlichen Zertifikats-Kurse hingegen, die viele Gaesdoncker am Ende ihrer Schulzeit vorweisen können, die seien von Bedeutung.

Ein Tag der offenen Tür findet am Samstag, 6. Dezember, von 10 Uhr bis 15 Uhr statt.

(RP)