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Goch: Frühlingsgefühle der tierischen Art in Weeze

Goch : Frühlingsgefühle der tierischen Art in Weeze

Um den Bestand zu erhalten, ist Nachwuchs im Weezer Tierpark wichtig. Bei einigen Tieren kann dabei ein wenig nachgeholfen werden.

So ganz ohne menschliches Zutun geht es bei der tierischen Liebe im Weezer Tierpark nicht. Esel Joschi und Eselstute Frida leben zurzeit getrennt. Würden die beiden sich jetzt paaren, würde ihr Junges im Winter zur Welt kommen, dann wenn es kalt wird. "Denn Esel tragen elf Monate lang", erklärt Theo Erretkamps, Betreuer beim Weezer Tierpark.

Obacht heißt es auch bei den Kaninchen. Die Tragezeit beträgt nur 21 Tage. "Da haben wir statt acht ganz schnell 80 Kaninchen", sagt Erretkamps. "Wir haben die Vermehrung bei den Kaninchen deshalb eingedämmt." Das geht ganz einfach. Zu den acht Kaninchendamen wird einfach kein Bock gesetzt.

Andere Tiere sind dagegen gerade auf Paarungssuche. So wie der schwarze Kamerunschafbock. Er weicht dem beigefarbenen Weibchen seit dem Morgen nicht von der Seite. "Der Bock ist aus einem anderen Gehege, um Inzucht zu vermeiden", sagt Erretkamps. Die Tragezeit beträgt etwa 150 Tage, so dass die Jungen im Frühling zur Welt kommen würden. Gleiches gilt für die Schafe. Dass Schafbock Hans-Peter nicht mehr unruhig zwischen den sieben weiblichen Schafen herumläuft, deutet Erretkamps als gutes Zeichen. Offensichtlich ist das Paaren bei den Schafen abgeschlossen.

Auch der Rothirsch aus dem Nachbargehege hat sich schon getrollt. Seine Brunftzeit ist von September bis Oktober. Anders ist es beim Damhirsch. Der alte Hirschbock muss sich bis in den November gegen seine junge Konkurrenz behaupten. Er läuft noch im Gehege auf und ab und hat ein Auge auf die Hirschkühe geworfen. Im nächsten Jahr wird er das Gehege verlassen, und einem anderen Hirschbock das Feld überlassen müssen. Denn dann sind unter den Hirschkühen auch seine eigenen Töchter. Die kommen beim Rotwild Mitte Mai bis Anfang Juni zur Welt, beim Damwild einen Monat später. Während die Hirsche nur einmal die Liebeslust überfällt, ist es bei den Schweinen ganz anders.

"Die werden alle vier Wochen rauschig", sagt Erretkamps. Das merkt er daran, dass das Wollschwein besonders anlehnungsbedürftig ist. "Das rennt einem nach und will kuscheln." Allerdings wird der Liebesruf erst einmal unerhört bleiben. Beim Wollschwein handelt es sich um eine Sau, genauso wie bei deren Mitbewohnerin, dem Wildschwein. Ein Eber ist nicht in Sicht. "Es ist schwierig, einen Wollschwein-Eber zu kriegen", sagt Erretkamps. Eine andere Möglichkeit wäre eine künstliche Besamung. Aber anders als bei einer Zucht steht der Tierpark nicht unter dem Druck, dass die Tiere Nachwuchs erzeugen müssen. In der Hauptsache ist der Tierpark für die Besucher da. "Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, heimische Tiere artgerecht zu halten und den Besuchern in der natürlichen Umgebung zu zeigen", sagt der Betreuer. Jungtiere aufzuziehen und den Bestand zu erhalten gehöre natürlich auch dazu. Aber nicht unter dem Druck, dass es ein Muss ist.

Im Frühling dürfen sich die Besucher mit Sicherheit über jede Menge Nachwuchs bei den Schafen und Ziegen freuen. Vielleicht hat das Werben des schwarzen Kamerunbocks ja auch Erfolg gehabt.

(RP)