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Freiheitsstrafe für Drogendealer aus Goch

Gerichtsverhandlung : Dreieinhalbjährige Haftstrafe für Drogenhändler aus Goch

Der Mann dealte mit Drogen, um den Eigenkonsum zu finanzieren.

Weil er mit Amphetamin und Cannabis gehandelt hat, ist ein 26-jähriger Gocher zu drei Jahren und sechs Monaten verurteilt worden. Das Klever Landgericht ordnete zudem die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an.

Wegen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in drei Fällen verurteilte die erste große Strafkammer den Angeklagten. Laut Urteil soll er in zwei Fällen jeweils 500 Gramm Amphetamin und 100 Gramm Cannabis von einem Gocher Dealerpärchen zum Weiterverkauf erworben haben – also jeweils gut das Neunfache der strafrechtlich relevanten, nicht geringen Wirkstoffmenge. In einem weiteren Fall sollen es zwei Kilogramm Amphetamin gewesen sein, gut das 30-fache der nicht geringen Menge.

Der Angeklagte hatte das ihm vorgeworfene Handeltreiben schon am ersten Verhandlungstag eingeräumt. Eine bereits verurteilte 34-jährige Gocherin, die die Drogen zusammen mit ihrem Lebensgefährten an den Angeklagten verkauft hatte, bestätigte die Drogengeschäfte.

Dass der Angeklagte wohl zumindest den Großteil seiner Strafe nicht in einer JVA, sondern in einer Entziehungsanstalt verbüßen wird, ist auf seine eigene Sucht zurückzuführen. Der Angeklagte fing bereits mit zwölf Jahren mit dem Konsum von Cannabis an. Mit 18 Jahren kamen dann auch chemische Drogen hinzu – insbesondere Amphetamin. Zur Finanzierung seines Konsums entschied er sich irgendwann, selbst zu dealen. So auch in den drei Fällen aus dem Urteil von Montag, die sich zwischen April und Juli 2017 zugetragen haben sollen.

Die Unterbringung des 26-jährigen Gochers in einer Entziehungsanstalt hatte zuvor ein Sachverständiger empfohlen. Der Angeklagte erfülle alle vier Kriterien einer Unterbringung, erklärte der Gutachter vor Gericht: Der Gocher weise eine längerfristige Abhängigkeitserkrankung auf, habe die Taten im Zusammenhang mit der Erkrankung begangen und eine Wiederholungsgefahr sei nicht auszuschließen. Zudem sei eine ausreichende Aussicht auf Erfolg in der Entziehungsanstalt gegeben. Der Angeklagte habe sich motiviert gezeigt.

Die Unterbringung des 26-Jährigen in einer Entziehungsanstalt hatte auch die Staatsanwaltschaft beantragt, ebenso wie die Verteidigung. Der Angeklagte befindet sich momentan noch in Untersuchungshaft in der JVA Willich. Auf seine Spur war 2018 die Zollfahndung gekommen, nachdem die bereits verurteilte 34-Jährige (die am Montag als Zeugin aussagte) bei Vernehmungen frühere Abnehmer benannt hatte.