1. NRW
  2. Städte
  3. Goch

Goch-Kessel: Franz Giesbers war 660 Mal als Nikolaus im Einsatz

Goch-Kessel : Franz Giesbers war 660 Mal als Nikolaus im Einsatz

Nach dem Zweiten Weltkrieg, im Jahre 1946, trat er zum ersten Mal als Nikolaus in Aktion: Franz Giesbers. Damals war es sein Freund Anton Stoffelen, der mit der Idee aufwartete, eine Flüchtlingsfamilie aus Schlesien als Nikolaus und Knecht Ruprecht verkleidet zu besuchen und Geschenke zu bringen.

Von dem Plan überzeugt besorgte sich Giesbers beim Kesseler Dorfpfarrer ein prächtiges Gewand. Doch die Mutter zweier Kinder war von der Ankündigung des "hohen Besuchs" bei ihren Kleinen zunächst nicht begeistert. "Wir haben doch nichts, was wir meinen Kindern geben könnten, und sind froh, wenn wir etwas zu Essen haben", teilt sie den beiden mit.

Doch da war der Ehrgeiz von Franz Giesbers für soziales Engagement erst so richtig geweckt. In seiner Familie bat er um Hilfe. Daraufhin spendete sein Bruder einen kleinen Eisenbahnwagen, die Schwester ihre geliebte Puppe. Mit gefülltem Sack kam Nikolaus mit seinem Gehilfen zur Flüchtlingsfamilie. Als dieser geleert wurde, flossen Tränen der Freude und Dankbarkeit, erinnert sich der heute 87-Jährige.

Im Laufe seines Lebens sollte er noch zu 660 Auftritten als Nikolaus und weiteren 121 als Sankt Martin kommen. Für seinen Einsatz erhielt er 1988 das Bundesverdienstkreuz. Heute ist er noch im Sankt Hildegardis-Haus in Goch für Senioren aktiv und widmet sich seinem 14 Monate alten Urenkel Mikko.

(vdSa)