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Goch/Weeze: Flügel für die Windräder in Weeze

Goch/Weeze : Flügel für die Windräder in Weeze

Die vier Anlagen im Kalbecker Forst nehmen Gestalt an. Die Masten stehen, derzeit werden die Rotoren montiert. Das funktioniert gut, weil es windstill ist, was Anlagenbetreiber sonst gar nicht lieben.

Wenn ein Windmüller von "Windkatastrophe" spricht, dann redet er nicht davon, dass ein Orkan über das Land gefegt ist. Im Gegenteil: Eine Windkatastrophe bedeutet für Anlagenbetreiber, dass der Wind eben kaum geblasen hat. Und eine solche Katastrophe haben die Windkraft-Leute in diesem Jahr erlebt. Bis zu 28 Prozent weniger Wind hat es gegeben. Am Niederrhein lag die Einbuße bei rund 20 Prozent, hat Frank Dudek überschlagen. 20 Prozent weniger Wind bedeutet gleichzeitig 20 Prozent weniger Ertrag für die Anlage. "Das war ein ganz schlechtes Jahr für die Windkraft, das kann keine Wirtschaftlichkeitsrechnung auffangen", sagt der Geschäftsführer der Bürgerwind Weeze Planungsgesellschaft. Er hofft natürlich darauf, dass im kommenden Jahr der Wind rund um Weeze wieder kräftig die Flügel rotieren lässt.

Ironischerweise hat Dudek in diesem Jahr von der Windkatastrophe profitiert. Denn dadurch war es möglich, dass die vier großen Anlagen im Kalbecker Forst zügig aufgestellt werden konnten. "Es ist alles relativ problemlos gelaufen, das verdanken wir der windstillen Zeit. Denn gerade wenn die Rotoren montiert werden, können wir Wind überhaupt nicht gebrauchen", berichtet er. Zwei Flügel hängen bereits am Mast, der dritte Rotor soll angebracht werden. Ziel ist, dass auch das vierte Flügelrad bis vor Weihnachten an seinem Platz hängt. "Wir hoffen, dass das funktioniert und wir dann zum Jahresende sämtliche Großkomponenten stehen haben." Konkret bedeutet das, dass dann die Windräder von außen komplett fertig sind. Ans Netz können sie allerdings noch lange nicht. Denn mit dem reinen Windrad steht quasi erst der Rohbau. Wie bei einem Gebäude startet dann erst der Innenausbau mit Verkabelung und Technik. Mindestens vier bis sechs Wochen werden diese Arbeiten dauern. Ziel ist, dass die vier neuen Anlagen im ersten Quartal ans Netz gehen. Bis dahin stehen auch noch Probeläufe und die Zertifizierung der Anlage an. Das sei ein aufwändiges Verfahren, das sich eben auch hinziehe, so Dudek.

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Wie berichtet, war es Ziel der Gemeinde, die Windkraft in Weeze auszubauen. Gleichzeitig war es der Kommune wichtig, eine "Wertschöpfung vor Ort" zu erreichen. Im Klartext: Weeze wollte keine Investoren von außerhalb, sondern heimische Unternehmen. Das waren die Häuser Wissen und Kalbeck, die zusammen mit Geschäftsführer Frank Dudek die Bürgerwind Weeze Planungsgesellschaft gegründet haben.

Künftig wird es eine Bürgerstiftung geben, in die ein Teil der Pacht fließen soll, die es für die Anlagen gibt. Das Geld der Stiftung soll für soziale Projekte der Stadt verwendet werden. Gerechnet wird mit einem fünfstelligen Betrag pro Jahr. Das Geld soll auch nicht angespart, sondern möglichst umgehend ausgezahlt werden, um schnell zu helfen.

Neben den vier Anlagen im Kalbecker Forst sind weitere Windräder im Baaler Bruch und Höster Feld geplant. Idee ist, auch ein Bürgerwindrad zu bauen.

(RP)