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Goch/Geldern: "Fleuther": Gocher braut Gelderner Bier

Goch/Geldern : "Fleuther": Gocher braut Gelderner Bier

Der Gerstensaft ist benannt nach der Fleuth, dem Nebenarm der Niers. Der gebürtige Gocher Oliver Stöcker und Sylvana Westphal brauen ihr Getränk nach eigenen Rezepten.

In den Räumen am Gelderner Ostwall 49 wird wieder Getreide verarbeitet. Früher war hier mal eine Bäckerei. Ab heute gibt es allerdings Gerstensaft statt Weizenbrötchen zu kaufen. Oliver Stöcker aus Geldern steht dann hinter der Theke. Er selbst bezeichnet sich als "Bierfanatiker". "Ich wollte schon immer selbst Bier machen", erzählt der 41-Jährige. "Im Keller habe ich mit Freunden rumprobiert. So hat alles angefangen."

Stöcker, der hauptberuflich die Innenstädte vom halben Ruhrgebiet begrünt, war sofort überzeugt vom Selbstbrauen: "Ich war erstaunt über die Möglichkeiten, die man dabei hat." Denn Bierbrauen ist mehr als nur Hopfen plus Malz, Wasser und Hefe. Je nach Getreideart, je nach Hopfenart, Mengenverhältnis und Zubereitung unterscheiden sich die Biere in Geschmack, Geruch und Aussehen. Zwischen bitter, süß, sauer, vollmundig, herb oder mild sowie fruchtig, blumig, nussig oder karamellartig kann der ausgebildete Gaumen eines Biersommeliers unterscheiden. Der Ungeübte kann das im Prinzip auch - nur dass er vielleicht andere Begriffe dafür hat.

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Die Begeisterung bei Stöcker war in jedem Fall groß. Also hat sich der gebürtige Gocher drangemacht, seine Freundin Sylvana Westphal mit vor die Fässer geholt und einen Plan zusammengemixt. Das Ergebnis: Geldern hat nun ein eigenes Craft-Bier. Nach dem Namen dafür haben die Bierbrauer nicht lange suchen müssen. Stöcker: "Da, wo wir wohnen, fließt die Fleuth vorbei. So war schnell klar, wie das Bier heißen soll." Also hat es nun den Namen "Fleuther". "Wir haben zwei verschiedene Sorten. Das "Fleuther Eins" ist nach Pilsener Brau-Art mit amerikanischem Hopfen, schmeckt fruchtig, süß und ist süffig. Das Fleuther Opa ist ein Starkbier, ein Pale Ale." Auf das Opa (steht übrigens für Oli's Pale Ale) ist Stöcker besonders stolz, sagt er: "Es ist herb, bitter und stark." Die Nachfrage im Bekanntenkreis sei groß gewesen, die Reaktionen waren positiv.

Selbst vor dem Braukessel gestanden und gerührt haben Stöcker und Westphal zuletzt kaum. "Wir haben uns auf den Launch vom Laden konzentriert." Wände streichen, Möbel schleppen, Regale aufbauen, Etiketten aufkleben - das alles benötigt Zeit und Planung. "Das Bier lassen wir in der ersten Zeit noch produzieren. Natürlich nach unserer Rezeptur. Wir arbeiten mit zwei Brauereien aus Duisburg und Wesel zusammen. Im Frühjahr soll dann alles soweit fertig sein, dass wir vorne im Laden verkaufen und hinten das Bier selbst brauen."

Los geht es heute erst mal mit rund 1400 Flaschen: 1000 davon sind "Fleuther Eins", 400 das "Fleuther Opa". Einige davon stehen auch in dem Getränkemarkt in Geldern im Regal. Ziel von Stöcker und Westphal ist, dass es ihr Bier neben dem Verkauf im eigenen Laden auch dauerhaft beim Gelderner Trinkgut gibt. "Wenn die Flaschen weg sind, dann gibt es erst zum nächsten geplanten Werksverkauf kommende Woche Samstag wieder neues", sagt Stöcker. Der Produktionsprozess dauert etwa sechs Wochen, neues Bier ist schon in der Mache.

Und: Von dem "Fleuther Eins" reifen noch einige Liter in einem Kühltank locker vor sich hin. Damit könnten die Gelderner Brauer noch mal gut 1000 Flaschen abfüllen. "Wir müssen uns erst mal an die Nachfrage herantasten. Wir wissen ja noch gar nicht, wie gut unser Bier ankommt."

(RP)