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Goch: Fingierter Empfang für Snowden am Flughafen Weeze

Goch : Fingierter Empfang für Snowden am Flughafen Weeze

Als Manfred Schramm sein Schild mit dem verräterischen Namen auspackt und in die Höhe hält, werden die Leute sofort auf ihn aufmerksam. Nur wollen sie es nicht zeigen. Auf seinem Schild steht Edward Snowden, und Schramm geht im Terminal des Flughafen Weeze auf und ab, als würde er den US-amerikanischen Dissidenten, der sich derzeit in Russland aufhält, in Empfang nehmen.

Als warte er auf den Ankömmling, der aber nie eintreffen wird. Einige Leute zweifeln, machen Fotos. Die meisten aber schauen diskret und demonstrativ weg. Einer fragt ihn direkt, ob Snowden denn an diesem Freitagnachmittag in Weeze landen würde.

Dazu wird es wohl nie kommen. Denn die Aktion am Airport Weeze gestern Nachmittag war Teil eines weltweiten Protests. Unter dem Titel "#waitingfored" war im sozialen Netzwerk Facebook dazu aufgerufen worden, sich mit ebensolchen Empfangsschildern an Flughäfen weltweit zu postieren und so dafür zu demonstrieren, Snowden nach dessen Enthüllungen über die Spionage-Aktivitäten des US-amerikanischen Geheimdienstes NSA international zu schützen. Snowden, so die Idee der Initiatoren, soll als Enthüller (Whistleblower) anerkannt werden, nicht als Verräter. Zu diesem Protest hatten sich am Düsseldorfer Flughafen 46 Teilnehmer angemeldet, am Airport Berlin-Tegel waren es 55. Insgesamt sollte an 100 Flughäfen weltweit auf diese Weise protestiert werden. Die Idee: Nicht als Gruppe auftreten, sondern einzeln auf die "Ankunft" Snowdens an dem jeweiligen Flughafen warten.

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"Whistleblower sollen weltweit einen schutzwürdigen Status erhalten", sagt Manfred Schramm, Vorstandsmitglied der Piratenpartei im Kreis Wesel. Schramm "wartete" gestern wie zwei weitere Teilnehmer der Aktion am Airport Weeze auf die fingierte Ankunft Snowdens. "Wir befürworten, wenn Snowden nach Deutschland kommen könnte statt sich in Russland verstecken zu müssen", sagte Schramm. Der Protest solle Leute anregen, sich ernsthafter mit der Spionageaffäre und deren Auslöser auseinander zu setzen: "Die Leute sollen sich Gedanken darüber machen, dafür wollen wir ein Bewusstsein erzeugen."

(RP)