Feuer bei Firma Mühlhoff in Uedem

Verdacht auf Brandstiftung : Großfeuer bei Autozulieferer Mühlhoff in Uedem - zwei Verletzte

Ein Feuer in Uedem hat mehrere Gebäudeteile des Automobilzulieferes Mühlhoff zerstört. Zwei Menschen wurden verletzt. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts der Brandstiftung.

Sieben von zwölf Hallen der Firma Mühlhoff in Uedem sind von dem Feuer betroffen. Das Verwaltungsgebäude an der Mühlhoffstraße ist einsturzgefährdet, eine Halle ist teilweise eingestürzt, wie ein Sprecher der Feuerwehr Uedem vor Ort bestätigte. Die erste Alarmierung ging am Sonntag um 8.10 Uhr bei der Leitstelle der Feuerwehr ein, die sich gleich mit mehreren Löschzügen auf den Weg machte.

Um 8.49 Uhr ist folgende Warnung über die App „Nina“ herausgegangen: „In Uedem an der Mühlhoffstraße ist es durch ein Feuer zu einer starken Rauchentwicklung gekommen. Die Anwohner werden aufgefordert in den Häusern und Wohnungen zu bleiben.“

Die Rauchsäule ist kilometerweit zu sehen. Dieses Bild stammt aus Keppeln. Foto: cbr

Die Rauchwolke war kilometerweit zu sehen. Mehr als 150 Feuerwehrleute aus Kalkar, Kleve, Goch, der Bundeswehr, Weeze und Geldern sind im Einsatz, auch aus Duisburg und Krefeld kam Hilfe. Das Deutsche Rote Kreuz hat eine Erstversorgung vor Ort aufgebaut. Nach ersten Luftmessungen wurde eine Gefahr für die Anwohner ausgeschlossen.

Gegen 13 Uhr war das Feuer unter Kontrolle. Die Brandursache ist zurzeit nicht geklärt. Erste Anzeichen deuten darauf hin, dass der Brand an mehreren Stellen ausgebrochen ist. Ermittler der Kriminalpolizei sind vor Ort und ermittelt auch wegen des Verdachts der Brandstiftung. Während des Einsatzes wurden zwei Feuerwehrmänner verletzt, einer erlitt einen Herzinfarkt, der zweite einen Schock.

Schon am Vormittag hatte ein Mitarbeiter den Verdacht geäußert, es könne sich um Brandstiftung handeln, da das Feuer an mehreren Stellen ausgebrochen war.

Vor allem das Presswerk 2 stand in Flammen. Es war von vier Brandherden die Rede. Das bestätigt auch die Feuerwehr Uedem. Zwei Hallen, in denen sich auch eine für den Betrieb wichtige neue Maschine befinden soll (so Bürgermeister Rainer Weber) sind noch rauchfrei, bestätigt Göcke. Diese Hallen wurden gesichert und gekühlt, damit das Feuer nicht überspringen konnte. Bürgermeister Weber spricht von einem „traurigen Tag für Uedem“ und einer „Katastrophe“. Er hofft, dass es am Standort irgendwie weitergeht. Gerade auch für die 400 Mitarbeiter: „Das tut uns unheimlich leid.“ Die Schadenshöhe wird derzeit auf einen höheren sechsstelligen Betrag geschätzt. Firmenmitarbeiter versammelten sich am Mittag in einer Gaststätte.

Die Firma Mühlhoff Umformtechnik gibt es seit 1832 in Uedem. Das Unternehmen fertigt heute komplex umgeformte Bauteile für die Automobilindustrie. Derzeit hat das Uedemer Unternehmen mehr als 400 Mitarbeiter und ist damit einer der größten Arbeitgeber der Region. Zuletzt, im August 2019, ist Mühlhoff durch den Verkauf an die Münchener Gruppe Fidelium in die Schlagzeilen geraten.

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(jul/mgr/hsr)