1. NRW
  2. Städte
  3. Goch

Goch: Ferien in der Arbeitswelt

Goch : Ferien in der Arbeitswelt

Ein Kurs, wie es ihn für Gocher Kinder noch nie gab: Sie schnuppern – unter der Regie des Museums – fünf Tage lang in die "richtige" Berufswelt hinein. Und werden ganz schnell zu Experten. In der Fabrik und in der Kunst.

Ein Kurs, wie es ihn für Gocher Kinder noch nie gab: Sie schnuppern — unter der Regie des Museums — fünf Tage lang in die "richtige" Berufswelt hinein. Und werden ganz schnell zu Experten. In der Fabrik und in der Kunst.

 Druckfrisch – das muss noch trocknen. Nach den Betriebsbesichtigungen gestalten die Ferienkinder ihr eigenes "Kunstdruck-Buch".
Druckfrisch – das muss noch trocknen. Nach den Betriebsbesichtigungen gestalten die Ferienkinder ihr eigenes "Kunstdruck-Buch". Foto: Gottfried Evers

Ganz toll, sagt Paula Guntlisbergen, waren die riesigen Steine. Und was daraus wird. "13 Tonnen wiegt der, den wir bei Gimbel gesehen haben", erzählt Gesa Küppers. "Ganz rau." Und so richtig schön eigentlich nicht. "Aber was dann daraus wird! Da haben wir ein Pferd gesehen, das war ganz glatt und fühlte sich toll an", so Lotte Elbers. Ihr Fazit: Eine tolle Arbeit ist das. Wobei — Lotte hat's in der riesigen Holzwerkstatt des Hauses Freudenberg eigentlich genau so gut gefallen. Und im Metallbetrieb der Freudenberger nebenan.

"Erst ist das Metall ganz rau, mit Hitze wird es glatt und sieht toll aus." Gesa Küppers erzählt dann noch fast nebenbei, wie Oberflächenbehandlungen funktionieren. Und was man alles (nicht) durch eine Schweißerbrille sieht. Aber die müsse ja sein, denn das helle Licht sei sonst viel zu gefährlich für die Augen.

  • Goch : Kinder erklären Langenberg
  • Goch : Museen Kleve und Goch schließen Freundschaft
  • Goch : Goch packt den Kulturrucksack

Jasmin Schöne, die Pädagogin des Museums, und Natalie Guntlisbergen vom Förderverein kommen erst mal gar nicht zu Wort. "Ja, wir haben die Begeisterung der Kinder vom ersten Tag an gespürt", sagt Guntlisbergen dann.

Das Konzept, das Schöne mit dem ersten Angebot seiner Art verfolgte ist also voll aufgegangen. Kreativkurse für Kinder, die macht das Museum ja in jeden Ferien. "Diesmal aber wollten wir mehr machen: den Kindern Einblicke in die Arbeitswelt vermitteln, ins Handwerk. Und wir wollten auch zeigen, dass die Grenzen zwischen Kunst und Handwerk oft fließend sein können. Dass Kunst eben Alltag ist und nicht nur im Museum."

Kinder in der Arbeitswelt. Was macht Papa eigentlich? Was kann man überhaupt so alles machen? Fragen, die sich im Alltag der Kinder heute oft gar nicht stellen — oder die gar nicht mehr beantwortet werden können. "Wir haben uns intensiv umgeschaut, aber vieles eben nicht mehr gefunden", so Natalie Guntlisbergen. "Denn einen Schuster, jemanden, der selbst Schuhe macht, den gibt es hier ja gar nicht mehr." Ein Beispiel für viele. Aber: Es fanden sich selbstverständlich mehr als genug Betriebe.

Die Kinder waren nicht nur beim Steinmetz Gimbel und in den Freudenberg-Betrieben, gestern schauten sie staunend dem Optik-Team Gerigk über die Schulter. Heute sind sie zu Gast beim Goldschmied Georg Schotten. Den Auftakt machte ein Besuch in der B.O.S.S.-Druckerei. Und nach dem Besuch? Da war noch nicht Schluss, da machten die Kinder, zurück im Museum, erst mal Frühstückspause und dann selbst etwas. Drucke, die sie sich heute zu eigenen kleinen Büchern binden. In einer Qualität, über die nur neue Besucher staunen. Jasmin Schöne und Natalie Guntlisbergen schon lange nicht mehr. Sie wissen längst, wie kreativ Kinder sind. Wenn sie nur rechtzeitig die richtige Förderung bekommen.

(RP/rl)