Experten informieren im Gocher Wilhelm-Anton-Hospital über den Umgang mit Stuhlinkontinenz

Goch : „Stuhlinkontinenz ist behandelbar“

Experten informieren am nächsten Mittwoch im Gocher Wilhelm-Anton-Hospital über den Umgang mit dem Leiden.

Etwa fünf Prozent der Deutschen leiden an Stuhlinkontinenz, sie können den Vorgang der Stuhlausscheidung nicht mehr vollständig bewusst steuern. Experten des Wilhelm-Anton-Hospitals Goch informieren am kommenden Mittwoch, 19. Juni, ab 17 Uhr zum Umgang mit dem Leiden und zu aktuellen Behandlungs- und Operationsmöglichkeiten.

Die Ursachen für Stuhlinkontinenz können sehr unterschiedlich sein. Eine Schwäche des Schließmuskels und der Beckenbodenmuskulatur ist besonders bei älteren Menschen häufig der Auslöser. Weitere Ursachen sind Schwangerschaften, Geburten und ihre Komplikationen, neurologische Störungen, große Operationen, Beckenbodenschwäche oder Adipositas. „Betroffene schämen sich oft, einen Arzt aufzusuchen“, sagt Jacek Witala, leitender Oberarzt der Klinik für Allgemein-, Visceral-, Endokrine und Onkologische Chirurgie im Gocher Wilhelm-Anton-Hospital.

Die Klinik ist Beratungsstelle der deutschen Kontinenz-Gesellschaft, an zwei Tagen in der Woche unterhalten die Experten der Klinik eine Spezial-Sprechstunde (Anmeldung unter der Telefonnummer 02823 891210).

„Unsere Diagnostik ist umfassend“, erläutert Kontinenzmanagerin Claudia Rühl. Sie reicht von der Proktoskopie über die Sonographie bis zur Analmanometrie. Neben der Untersuchung steht außerdem die Information im Mittelpunkt: „Ganz wichtig ist uns die Fachberatung von ärztlicher und pflegerischer Seite“, so Claudia Rühl. Jacek Witala ermutigt Inkontinenz-Betroffene zum Besuch. „Stuhlinkontinenz ist behandelbar“, sagt er. „In vielen Fällen ist auch eine völlige Kontinenz wieder erreichbar.“ Beckenbodentraining und Medikamente können die Beschwerden lindern. Reichen diese Methoden nicht aus, kommt unter Umständen auch eine Operation infrage.

(RP)
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