Goch: Experimente mit der Malerei

Goch : Experimente mit der Malerei

Die Gocher Künstlerin Maria Carrasco hat sich unter anderem mit den "Kunst im Kreuzgang"-Ausstellungen einen Namen gemacht. Der RP erzählt sie von ihrem bewegten Leben und langjährigen Auslandsaufenthalten.

Goch-Kessel Maria Carrasco hat ohne Frage viel erlebt. Im Kreis Kleve und Umgebung hat sie sich mit Kollegin Ingrid Karsten als Künstlerin unter anderem durch die Ausstellungen im ehemaligen Klostergut Graefenthal und in der Liebfrauenkirche einen Namen gemacht. Zumeist malt die Gocherin abstrakte Bilder, inspiriert wird sie vor allem von Strukturen aus der Natur und von ihren Eindrücken und Erlebnissen, die sie auf ihren Reisen gesammelt hat.

Die gebürtige Andalusierin zog mit 25 Jahren nach Nigeria, wo ihr Mann für eine große Baufirma arbeitete. Dort lernte sie auch europäische und einheimische Künstler kennen und nutzte die reichlich vorhandene Zeit für ihre Kunst. "Das Problem war, dass es kaum Materialien gab. Also mussten wir uns selbst helfen. Ich habe auf Stoff gemalt, statt auf Leinwände", erzählt Carrasco.

Leben in Saudi-Arabien

Als sie schwanger wurde, ging es zurück nach Deutschland, bis Sohn Nicholas neun Monate alt war. Für 13 Jahre lebte die Familie dann in Saudi-Arabiens Hauptstadt Riad wieder ein vollkommen anderes Leben und kulturelle Gegebenheiten. Frauen sei dort die Teilnahme am Leben fast nicht erlaubt gewesen, sagt Maria Carrasco, zum Beispiel sei auch das Shoppen europäischer Kleidung so gut wie unmöglich gewesen.

Also wurde zusammen mit einer Bekannten eine Boutique mit "Betty Barclay"-Kleidung eröffnet. Nachdem das Geschäft sich aufgrund des gestiegenen Angebots an europäischer Mode nicht mehr rentierte, wurde eine Bäckerei mit deutschem Brot eröffnet, die heute noch existiert. "Die Zeit in Riad war sehr schön", resümiert Carrasco. Doch um ihrem Sohn das Abitur zu ermöglichen, zogen sie und ihr Mann zurück nach Deutschland.

Seit zwölf Jahren lebt die Familie nun in Kessel und Maria Carrasco kann sich wieder ausgiebig ihrer Kunst zuwenden. Im Krankenhaus lernte sie Ingrid Karsten kennen und traf sie zufälligerweise bei einem VHS-Kunstworkshop für Malerei wieder. Zusammen entwickelten die beiden das Konzept für die bislang drei Ausstellungen im Gut Graefenthal mit dem Titel "Kunst im Kreuzgang", die ein voller Erfolg für die Künstlerinnen und den Besitzer des Gutes waren.

Am liebsten arbeitet Carrasco mit dem Spachtel, benutzt den Pinsel jedoch hilfsweise und für Einzelwerke. Die Malerei sei für sie stets ein Experimentieren, sagt die Künstlerin. "Bei jeder Schicht, die ich male, entsteht ein neues Bild", erklärt sie und zeigt, wie man zum Beispiel echten Rost in die Werke integrieren kann und so stimmungsvolle Farbkombinationen erzeugt. Gegenständlich malt sie nur "nebenbei", die abstrakte Kunst ist ihre Leidenschaft.

Informationen zu der Künstlerin unter www.carrasco-art.com.

(iho)