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Erstes Angebot für Tagespflege in Uedem ist geplant

Bauprojekt : Erstes Angebot für Tagespflege in Uedem

Am Laurentius-Haus in Uedem entstehen drei Gebäude mit insgesamt 25 barrierearmen Mietwohnungen. In eines der Häuser zieht zum 1. Januar 2021 die neue Tagespflege der Caritas ein.

Noch ist es eine große Baugrube mit Schuttbergen ringsherum, aber das wird sich jetzt bald ändern. Am Laurentius-Haus in Uedem werden drei Wohngebäude entstehen, die mit dem traditionsreichen Seniorenheim an der Mühlenstraße 40 ein Wohnquartier bilden sollen, das sowohl mehrere Generationen als auch Menschen mit und ohne Pflegebedürftigkeit zu einem lebendigen Miteinander führen soll.

Einzelheiten des Projekts stellte der Pressesprecher des Caritasverbands Geldern-Kevelaer, Tobias Kleinebrahm, jetzt der Öffentlichkeit vor. Mit dabei waren weitere Vertreter der Caritas sowie Markus Coenen, Geschäftsführer der Investor-Firma Coenen Projekt GmbH aus Goch. Erstmalig in Uedem wird die Caritas in einem der drei Neubauten im Erdgeschoss eine Tagespflege anbieten. Tobias Kleinebrahm: „Tagsüber gut aufgehoben sein und abends wieder im eigenen Bett schlafen – Tagespflege ist für viele Senioren ein wichtiges Angebot.“ Auch in Uedem gebe es diesbezüglich viele Nachfragen. Andreas Becker, Vorstand des Caritasverbands Geldern-Kevelaer, sieht in der Tagespflege eine wichtige Hilfe für Angehörige, die sich nicht den ganzen Tag um ihre pflegebedürftigen Familienmitglieder kümmern können. „Tagespflege ist eine Brücke, eine gute Lösung, wenn man sich noch nicht für ein Heim entscheiden möchte“,  sagte er. Auch Regina Schüren, Caritas-Bereichsleiterin Pflege und Hilfe zu Hause, sieht in der Tagespflege einen wichtigen Baustein. Die geplante Einrichtung am Laurentius-Haus werde 15 Tagesplätze anbieten, jedoch da erfahrungsgemäß nicht alle jeden Tag kommen, rechne sie mit etwa 40 Menschen, die das Betreuungsangebot nutzen werden. Vom Frühstück bis zum Nachmittags-Kaffee gegen 16 Uhr gibt es Verpflegung und Beschäftigung sowohl für Demenzkranke als auch Pflegebedürftige mit anderen Einschränkungen.

Hauptzielgruppe seien jene mit Pflegegrad, wobei alle Grade von 1 bis 5 bedient werden. „Die Pflege ist flexibel buchbar von montags bis freitags. Für diejenigen, die noch nicht um 16 Uhr nach Hause können, ist auch eine längere Einzelbetreuung möglich“, beschrieb Schüren das Konzept.

Wie wird das Wohnquartier demnächst aussehen? Markus Coenen erklärte anhand eines Plans, wie sich die drei Neubauten in das Areal einfügen werden: eine zweigeschossige Bauweise plus Dachgeschoss und acht bis zehn Mietwohnungen pro Haus sind vorgesehen. Die Größen sind unterschiedlich, einige sind für Singles, andere für bis zu drei Personen gedacht. Die Gebäude werden „barrierearm“ sein. Markus Coenen erläuterte dazu, für die sogenannte „Barrierefreiheit“ müsse der Bauherr alle vorgeschriebenen Normen genau einhalten, zum Beispiel zentimetergenaue Abstände zwischen Lichtschalter und Türen. Im Ergebnis würden die Häuser aber barrierefrei nach landläufigem Verständnis sein. Die Außenanlage wird ein Garten sein, der mit dem Garten des Laurentius-Hauses übergangslos verbunden sein wird. Dahinter steht die Idee, dass die Bewohner der Wohnungen, die Tagespflege-Gäste und die Bewohner des Seniorenheims sich hier treffen können. Die Leiterin des Laurentius-Hauses, Susanne Heinrichs, sieht dies sehr positiv: „Schon jetzt besteht ein guter Kontakt zwischen Bewohnern und Uedemer Bürgern. In unserem Haus finden viele Feiern statt, auch durch die Laurentius-Kapelle entstehen Verbindungen.“ Durch die zusätzlichen Wohnungen und die Tagegäste werde sich das Quartier entwickeln. „Gemeinschaft erleben“ sei das Ziel. Die neuen Wohnungen sind, wie Markus Coenen auf Anfrage mitteilt, eher für ältere Menschen gedacht, die vielleicht auch irgendwann einmal die Betreuungsangebote im Haus nutzen werden.

„Aber wenn jüngere sich bewerben, hier leben möchten, warum nicht“, sagte Tobias Kleinebrahm. „Je bunter, desto lebendiger.“ Baulich wird nun zunächst die Baugrube gefüllt. Der Plan sieht vor, dass Ende 2020 das erste Gebäude fertig ist, so dass gleich am 1. Januar der erste Mieter – nämlich die Caritas mit der Tagespflege – einziehen und die Arbeit beginnen kann.