Niederrhein: Erdbeben: "Ich dachte, mein Fußboden hat Wellengang"

Niederrhein : Erdbeben: "Ich dachte, mein Fußboden hat Wellengang"

Den einen versetzte es einen heftigen Schrecken, andere wunderten sich einfach, und wieder andere bemerkten rein gar nichts. Das Erdbeben am Donnerstagabend in NRW hat weite Teile des Niederrheins erfasst. Selbst bis nach Düsseldorf war es zu spüren, wie unsere Leser berichten. Wie die Menschen am Niederrhein diesen Abend erlebten, haben wir zusammengefasst.

Rund fünf Sekunden lang bebte am Donnerstag, 8. September, gegen 21 Uhr in NRW die Erde. Zunächst war das Beben mit einer Stärke von 4,5 angegeben, schließlich auf 3,7 herabgestuft worden. Bei der Polizei im Kreis Kleve gingen rund 350 Notrufe ein. Sein Epizentrum hatte das Erdbeben bei Goch. Bei der Erdbebenstation Bensberg meldeten sich fast 2000 Menschen, bei denen die Erde gebebt hatte. Insbesondere aus dieser Region berichten viele unserer Leser auf Facebook, was sie in diesen wenigen Sekunden erlebt haben.

So zum Beispiel Claudia Philipp. Sie schreibt: "Hier in Kleve war es schon heftig. Wir sind nach draußen auf die Straße gerannt, alle Nachbarn auch." Und Alexandra Matschuck aus Goch bemerkt: "Hier hat es schwerst gewackelt und die Erde sehr vibriert, war schon ein Schock-Moment." Und Annette Wirth beschreibt den Augenblick so: "In Kevelaer hat es auch gewackelt und gerumst. Das ganze Haus hat geknackt. Sind aber auch ziemlich nah am Epizentrum Goch dran."

"Mein Kater war ganz unruhig"

Es sind ganz unterschiedliche Eindrücke, die unsere Leser in diesen Momenten erlebt haben. Die einen etwa sagen, es hat sich angefühlt, als wenn ein Lkw vorbeifährt, die anderen vergleichen es mit dem Tagebau. Viele berichten auch, dass ihre Haustiere sofort etwas gespürt haben, während sich ihre Herrchen und Frauchen noch wunderten, was da eigentlich geschehen ist.

Manu Ela etwa schreibt: "Auch hier in Essen hat man es kurz, aber heftig gemerkt. Mein Kater war ganz unruhig. Tiere haben ein Gespür dafür." Andere Leser wiederum merkten es selbst ganz deutlich, was da eigentlich gerade unter ihren Füßen passierte. So wie Maren Geißler. Sie berichtet von "Wänden wie Gummi in Düsseldorf-Angermund. Nur der Hund hat nix gemerkt." Und Michael Dohmen aus Neuss-Reuschenberg schreibt: "Ja, die Gläser haben im Schrank verzückt angestoßen." In unserem "Kurz gesagt" schreibt wiederum ein Leser: "In Mettmann haben die Rollos gewackelt, und das Sofa wurde zum Massagesessel."

Helena Jähnichen aus Kleve wiederum beschreibt den Moment so: "Ich dachte für einen Moment, mein Wohnzimmerboden hat Wellengang." Chantal Schäfers wiederum sagt, sie hatte das Gefühl, "als würden 40 Quadratmeter auf zwei Quadratmeter gedrückt werden."

Keine Verletzten

Aber es gab auch viele, die rein gar nichts von dem Erdbeben mitbekommen haben. So schreibt ein Leser in unserem "Kurz gefragt": "Mein Kollege in Heinsberg und ich in Meerbusch haben definitiv nichts gespürt. Und gemütlich auf dem Sofa liegend mit Katze auf dem Bauch hätte man sicher etwas merken müssen." Andere schreiben: "Ich habe das Erdbeben ausschließlich auf Facebook gespürt."

Nach den Berichten unserer Leser teilen sich gerade in Düsseldorf die Meinungen, ob man es denn nun gespürt haben könnte oder auch nicht. Sebastian Hahn kommt zwar nicht aus Düsseldorf, aber aus Issum im Kreis Kleve. Er fasst diese Eindrücke schön zusammen. Er schreibt: "Zwischen mir und 100 Meter entfernten Bekannten gibt es schon Unterschiede von gar nix bis 'wow'."

Auch wenn mancher an diesem Abend eine oder auch zwei gehörige Schrecksekunden erlebt hat, so ist doch zumindest positiv festzuhalten, dass niemand verletzt wurde. Und auch Sachschäden scheint es bislang nicht zu geben. Das sah im Jahr 1992 schon anders aus. Bei dem damaligen Erdbeben in Roermond mit einer Stärke von 5,9 wurden 30 Menschen verletzt. Und dieses haben auch viele unserer Leser noch stärker in Erinnerung.

(jul)
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