Empfang des Kreis Klever Radiosenders im Weezer Airport-Restaurant

Neujahrsempfang: Auch „Antenne“ trifft der digitale Wandel

Eine große Anzahl mit „Antenne Niederrhein“ verbundener Vertreter des gesellschaftlichen Lebens folgte der Einladung zum traditionellen Neujahrsempfang des Radiosenders. Vortrag über die Herausforderungen der Digitalisierung.

Der Alltag des Jahres 2019 ist erst gut eine Woche alt. Manches ist schon passiert, weit mehr liegt noch vor uns. Nicht zuletzt die Medienlandschaft sieht sich ständiger Veränderung gegenüber – vor allem durch die Digitalisierung. Über dieses Thema sprach anlässlich des Neujahrsempfangs von Antenne Niederrhein Hans Vlaskamp, der Vorsitzende der Veranstaltergemeinschaft des Lokalradios im Kreis Kleve. Unterhaltsam und nachdenklich stimmend führte Vlaskamp aus, womit sich heutzutage beinahe jeder beschäftigt: mit den Chancen und Risiken, die die Allgegenwart des Internets bedeutet.

„Der digitale Wandel ist in vollem gange. Wir nutzen soziale Medien beruflich wie privat, wir konsumieren und informieren uns auf allen Kanälen, wir erfahren neue Lebensqualität, aber wir erleben uns auch als ,gläserne Menschen’.“ Gerade erst war der Datenklau bei Prominenten ein Riesenthema - mehrere Betroffene befanden sich unter den Gästen des Empfangs. Vlaskamp verteufelte die Entwicklung nicht, zeigte sich kenntnisreich und aufgeschlossen, mahnte aber auch Vorsicht und den nüchternen Menschenverstand an.

Die Veranstaltergemeinschaft mit Hans Vlaskamp, Gabriele Schmidt und Khalid Rashid sowie Antenne-Chefredakteur Tommi Bollmann. Foto: Anja Settnik

„Was ist über uns gespeichert? Welche Veränderungen vollziehen sich in unseren ethischen und moralischen Vorstellungen? Wollen wir jeden Shitstorm und jedes Facebook-Mobbing lesen? Gilt eigentlich noch irgendwelche Etikette?“ Vlaskamp hat den Eindruck, dass der heutige Mensch dabei ist, seine eigene Autonomie einzuschränken, was ja eigentlich niemand wolle. Und dann gebe es da auf der anderen Seite den Datenschutz mit seinen immer strengeren (manchmal auch stark übertrieben erscheinenden) Bestimmungen.

Landrat Wolfgang Spreen nutzte die Gelegenheit zum Gespräch mit CDU-MdB Stefan Rouenhoff (r.). Foto: Anja Settnik

Auch das Radio ist natürlich längst digital und auf Facebook vertreten. Das Internet-Radio DAB mit vielen neuen Möglichkeiten steht vor der Tür, um die Ultrakurzwelle (UKW) abzulösen. „Wir haben DAB plus bei der Medienanstalt angemeldet, 20 Prozent der Hörer werden von der Umstellung betroffen sein“, kündigt der Vorsitzende der Veranstaltergemeinschaft an.

Weihbischof Rolf Lohmann neben Christian Breuer von der bischöflichen Pressestelle und Karsten Gotthardt von Antenne. Foto: Anja Settnik
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Tommi Bollmann stellte anschließend die gute Personalsituation des Senders vor und erzählte von einem neuen Gewinnspiel, das sehr gut ankomme. Die Gäste des Empfangs erfuhren, dass Antenne das vergangene Jahr finanziell mit einem knappen Plus abgeschlossen habe, das Jahr 2019 werde aber wohl ein schwieriges werden.

Auf dem rechten Bild schmeckt es den Bürgermeistern Peter Driessen, Britta Schulz und Günter Steins. Foto: Anja Settnik

Schwer haben es einige Branchen, nicht zuletzt der Flughafen in Weeze, der seine Räumlichkeiten zur Verfügung stellte und für das Buffet sorgte. Geschäftsführer Ludger van Bebber wurde von manchem Gast auf das Streichkonzert von Ryanair angesprochen und erwiderte mit der Feststellung, dass der Luftverkehr im allgemeinen ein schwieriges Pflaster sei. Streiks (gerade heute in Köln und Düsseldorf) und schwächelnde Airlines (derzeit steht es schlecht um die Germania) bringen das Gesamtgefüge immer wieder ins Trudeln.

Weihbischof Rolf Lohmann wird sich ebenfalls mit schwierigen Fragen konfrontiert gesehen haben. Die Missbrauchsvorwürfe innerhalb der katholischen Kirche haben Gemeinden im Kreis in jüngster Vergangenheit gleich zweimal getroffen. Kein schönes Plauder-Thema bei Sekt und Häppchen. Da war es einfacher, mit Vertretern von Wohlfahrtsverbänden, Parteien, mit Lokalpolitikern oder Abgeordneten, mit Ärzten oder Apothekern und mit anderen wirtschaftlich Tätigen zu kommunizieren. In allen Bereichen war Smalltalk ebenso möglich wie tiefer gehende Gespräche. Die gute Küche der Flughafengastronomie und die Weine verleiteten allerdings eher zum leichteren Ton.